Der Riesenvogel hebt ab

Valencia nimmt mit «Fidelio» sein neues Opernhaus in Betrieb

Opernwelt - Logo

Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene Zauberkiste geworfen werden, die für Gegner des Projekts eher eine Büchse der Pandora ist (davon später). Aber nun ging’s endlich los mit der Oper.


Das Opernhaus ist die jüngste Perle, die sich Valencia aufs Kostüm seiner ­Ciudad de las Artes y Ciencias genäht hat: ein Abenteuerpark für Künste und Wissenschaften quasi, angelegt im ehemaligen Flussbett des (seit einigen Jahrzehnten umgeleiteten) Turia. Promenaden, Parks, künstliche Seen, dazu neben dem Kunstpalast das Museum der Wissenschaften, das Planetarium, ein IMAX-Kino und das Oceanográfico, Europas größter Meerestierpark – Letzterer als einziger Bau dieses Ensembles nicht von Calatrava, sondern von Felix Candela.
Der Palau gefällt sich in weißem Beton, Keramik, Glas und Stahl mit geschwungenen, schwerelosen Formen – stete Bewegung suggerierend, als könne das Gebilde jeden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Galionsfigur des Crossover

Wenn es stimmt, dass hinter jedem kreativen Kopf das pralle Leben steht, dann ist der Stilpluralismus des Komponisten Osvaldo Golijov wohl vor allem das Ergebnis einer Vita am Schnittpunkt zahlreicher verschiedener Kulturen. 1960 als Kind jüdischer Einwanderer aus Osteuropa in Argentinien geboren, verbrachte Golijov einige Jahre in ­Israel, um – nach einem...

Der Besuch der alten Dame

Das Saallicht erlischt, ein Schwarzweißfilm blitzt auf: Eine junge Sängerin mit getürmtem Haar und dramatischem Make-up wirft sich mit Verve in die Schlussszene der Imogene aus Bellinis «Il pirata». Das Basler Publikum ist entzückt: Das muss sie sein, die junge Caballé. Vor fünfzig Jahren debütierte die Katalanin an dem Schweizer Theater, das ihr jetzt ein...

Rossini von der besten Seite

Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Min­ghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar...