Perspektiv-Kunst mit Neon gestalten

Von der Sinnlichkeit des Neons: Der Schweizer Szenograf und Choreograf Philippe Saire erforscht das Erscheinen und Verschwinden des Körpers in grau-fahlem Licht. In seinem eigens gebauten Theater in Lausanne erleben die Zuschauer die Tänzer von oben, durch Licht und Dunkelheit verschwimmen die Realitäten, und durch die horizontale Bewegung der Tänzer auf Granulat entstehen illusionäre Formen. Im März sind die Produktionen beim tanzmainz festival #2 zu sehen.

Klein, aber fein, scheinbar einfach und doch verwirrend: Philippe Saire entwickelt in Lausanne eine Serie von Stücken, die mit ausgefeilter Beleuchtung das Auge des Zuschauers verwirren. Der Szenograf und Choreograf spielt gerne mit der Perspektive, um unsere gewohnten Wahrnehmungsmuster infrage zu stellen. Seine Bilder sind instabil und dennoch hochpräzise. Mit einfachen Mitteln schafft er komplexe Illusionen.

In „Black Out“ lässt er die Zuschauer aus der Vogelperspektive verfolgen, wie Tänzer auf einem mit schwarzem Granulat bedeckten Boden mit ihren Körpern immer neue Muster erschaffen. In „Vacuum“ entsteht mitunter eine vermeintliche Draufsicht, wenn das Duo aus Philippe Chosson und Pep Garrigues in einem Apparat aus Metallstangen und Neonröhren in die Horizontale geht. Das Publikum aber nimmt nur abstrakte Bilder wahr und kaum einmal den Körper als Ganzes.

Diesen beiden Stücken fügte Saire später „NEONS“ hinzu, ein Tanztheaterstück, das mit dem Verschwinden des Lichts arbeitet. Ausgangspunkt der szenografisch-choreografischen Serie „Dispositifs“ war eine schwarze Materie, und die führt zum Licht, genauer gesagt zum Neon. Saire: „In ,Black Out‘ geht es um das allmähliche ...

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BTR Ausgabe 1 2017
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 48
von Thomas Hahn

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