Qualität sichern und Neues wagen

Das Interesse an Qualitätsmanagement ist auch in Kulturbetrieben deutlich gewachsen, aber nicht alle Häuser haben die Ressourcen, eigene Systeme zu entwickeln. Auf Initiative von Thomas Heskia und Irene Knava gründete sich 2014 eine Arbeitsgruppe von Führungskräften aus dem Kulturbereich, um einen Qualitätsstandard für Kulturbetriebe zu erarbeiten. Den ISO FOR CULTURE und den Weg dorthin dokumentieren sie in einem gleichnamigen Buch.

Qualitätsmanagement ist im Kulturbetrieb immer noch ein Fremdwort. Zwar möchte jeder in seinem eigenen Gewerk – sei es im Theater, Konzerthaus, Festival oder Veranstaltungshalle – bestmöglich arbeiten, selten wird dieses Bemühen aber auf eine systematische und koordinierte Basis gestellt. Zu groß ist die Angst davor, dass man die Qualität der Kunst in ein Korsett zwängen könnte.

Dabei beschäftigt sich das prozessorientierte Qualitätsmanagement ausschließlich damit, die Ziele des Kulturbetriebs zu definieren, Abläufe entlang dieser Ziele zu strukturieren und Prozesse und Zusammenarbeit zu klären. Klare Zielsetzungen und Strukturen sorgen für effiziente und wirksame Arbeit und bringen auf diesem Weg die Kunst und das Image des Kulturbetriebs mehr zum Strahlen.

Der erste Anlauf in Richtung Qualitätsmanagement im Theater kam nicht von den Trägern, Verwaltern oder Betriebswirten, sondern – von der Technik! Kann es vielleicht sein, dass die Bühnentechniker oft die Hauptleidtragenden von unzureichend definierten Prozessen sind? Schließlich sind sie es, die dafür zu sorgen haben, dass bei der Aufführung dann doch alles noch irgendwie klappt.

Die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft ...

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BTR Ausgabe 1 2017
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 52
von Thomas Heskia und Irene Knava

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Englische Texte 1/17

English texts from Bühnentechnische Rundschau 1/2017

 

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