Interaktion ist oberstes Gebot
Die Vorstellung beginnt um kurz nach 19 Uhr. Eine normale Theater-Anfangszeit. Aber das Geschehen spielt sich nicht auf einer Bühne ab, sondern auf meinem Handybildschirm. In meinem Telegram-Messenger bin ich plötzlich Mitglied einer WG-Gruppe, und Chris erkundigt sich, wie es uns geht – mir und meinen Mitbewohnerinnen Christi und Susanne. „Muss ja“, schreibt Susanne, wir schicken ein paar Emojis hin und her und haben uns schnell in unserer virtuellen WG eingerichtet.
Aber Chris hat ein Problem: Unsere fünfte Mitbewohnerin Tess, die im Corona-Lockdown als Einzige noch mit ihm in der WG ausharrt und als Fahrradkurierin arbeitet, ist „verschwunden“: Tess ist mittags zur Arbeit aufgebrochen, ist immer noch nicht wieder zu Hause und telefonisch nicht erreichbar, wie uns Chris in einer aufgeregten Sprachnachricht mitteilt. Er bittet uns um Hilfe, denn er hat gleich noch eine Videokonferenz und kann sich erst später wieder kümmern.
Wild durcheinander chattend machen wir uns gemeinschaftlich an die Arbeit. Chris hat uns den Link zur Webseite des Kurierdienstes, wo Tess arbeitet, geschickt – „Nummer müsste auf der Homepage stehen“. Ich rufe die Nummer an und habe einen aufgebrachten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 3 2020
Rubrik: Thema: Kultur digital, Seite 24
von Sophie Diesselhorst
Die Gedanken von Wesko Rohde, DTHG-Vorstandsvorsitzender, und von Mitarbeitern aus den technischen Abteilungen lassen sich als Abbild einer besonderen Zeit lesen – in die sich trotz aller Unsicherheit vorsichtiger Optimismus mischt.
Kultur ist lebenswichtig, nicht systemrelevant. Sie wurde zuerst in den Schlaf gelegt und wacht zuletzt auf. Das war uns klar, als...
Frisuren sind wesentlicher Bestandteil vieler Inszenierungen und ihre Symbolkraft steht außer Frage. Haare stiften Identität, etwa wie beim Musical-Klassiker „Hair“ als Ausdruck von Protest. Oder sie werden mit Symbolen belegt, bis hin zu religiös bedingten Normen, die weiblicher Haarpracht ihre Tabus auferlegen. In unseren kulturell geprägten Vorstellungswelten...
Wie hat sich der Lockdown auf die Arbeit in den Abteilungen ausgewirkt? Wo ruht der Betrieb, wo und was wird gearbeitet, für welche Tätigkeiten gibt es neue Zeitkapazitäten, und wie kann es weitergehen? Anfang Mai sprach ich darüber telefonisch mit Dr. Bernhard Helmich, Intendant des Theaters Bonn:
BTR: Herr Dr. Helmich, ich freue mich sehr, dass Sie sich Zeit...
