Inklusion ist erst der Anfang
Peer, du lügst!“ Das wird der Titelfigur von Henrik Ibsens Welt- und Seelendrama gleich zu Beginn von seiner Mutter Aase vorgeworfen. Und wirklich, dieser Peer Gynt kann mitreißend Geschichten erzählen und hat Aase auch schnell wieder um den Finger gewickelt. Dass in der Inszenierung von Ulf Goerke an der Freien Bühne München (FBM) gleich das ganze Ensemble Facetten des Trunkenbolds, Taugenichts und Tagträumer darstellt, verleiht dem dramatischen Gedicht einen besonderen Reiz.
Die Freie Bühne München versteht sich als „inklusives Theater“, hier entstehen Projekte im Bereich darstellende Kunst, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten; in dieser achten großen Produktion haben vier von sieben Schauspieler:innen eine kognitive Beeinträchtigung. Der Traum des gesellschaftlichen Miteinanders treibt sie an. Er ist der autobiografische Subtext aller Produktionen der FBM, einer „sehnsuchtsvollen Reise zwischen Fantasie und Wirklichkeit“: In kraftvollen Bildern und mit eigens von dem Multi-Instrumentalisten Enik zu den Szenen komponierter Musik beschreiben die Schauspieler:innen, die alle einen Teil des Antihelden darstellen, virtuos dessen Weg von der Entfremdung zur ...
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BTR Sonderband 2022
Rubrik: Produktion / Technik, Seite 26
von Eva Maria Fischer
Mit einem Abo für das Schauspielhaus war ich bereits zu meiner Schulzeit regelmäßig Gast an meinem derzeitigen Arbeitsplatz. Nach der Schule folgte eine Hospitanz in der Ausstattung des Staatstheaters Hannover sowie ein Job als Regieassistentin. Doch schon während des Studiums der Neueren deutschen Literatur, Theaterwissenschaft und Publizistik/...
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Die Spannung war groß. Nach drei Jahren der Vorbereitung stellte der designierte Intendant der Oper Leipzig, Tobias Wolff, gemeinsam mit seinem künstlerischen Leitungsteam am 24. März 2022 seinen ersten Spielplan vor. So gibt es jetzt die Sparte „360°“, mit der das neue Team alle Menschen und Generationen der Leipziger Stadtgesellschaft erreichen und sich mit...
