in memoriam Monika Kusche
Eine Dame
Eine Dame. Zierlich. Elegant. Energisch. Lebensfroh. Neugierig. Sozialkompetent. So meine aus traurigem Anlass erinnerten Eindrücke vom ersten Treffen mit Monika Kusche. Ich hatte schon zuvor einiges über sie gehört – vor allem, wie erfolgreich sie ihr Geschäft betreibe. Aber nach dieser ersten Begegnung wusste ich: Sie betreibt kein Geschäft, sondern ist eine Persönlichkeit, die in ihrer Arbeit aufblüht, weil sie die gern macht. Ihre Arbeit war das zugewandte Gespräch mit Menschen – nicht mit Kunden. Ein Talent, nicht wirklich erlernbar.
25 Jahre lang habe ich mit Monika Kusche als Geschäftsführer und Verleger des Theaterverlags zusammenarbeiten dürfen, und das spontan entstandene Vertrauen zwischen uns wurde niemals enttäuscht, stand niemals infrage. In Krisenzeiten – und die gab es, allerdings nur von außen bewirkt, naturgemäß auch in all den Jahren – ist so ein blindes Vertrauen nicht „blind“, sondern „erhellend“. Wenn wir Schwierigkeiten besprachen, waren wir beide danach klüger. Und konnten pragmatisch und ruhig handeln. Auch in der letzten Zeit, die von ihrer Krankheit überschattet war, hat sie ihr eingeborener Lebensmut vermutlich nie verlassen. Geklagt hat sie ...
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BTR Sonderband 2022
Rubrik: Nachruf, Seite 94
von
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