Digital im Theater – Hype oder Handwerk?
Im Jahr 2021 endete das Forschungsprojekt digital.dthg mit einer Vision: Was wäre, wenn jedes Theater in Deutschland ein belastbares 3D-Modell nach gemeinsamen Mindeststandards hätte – und wir vollständig digital vernetzt wären? Wenn Bauproben, Sichtlinienanalysen, Sicherheitsunterweisungen und Konzeptabgaben auf einer geteilten digitalen Grundlage stattfinden könnten – früher, anschaulicher, ortsunabhängiger? Fünf Jahre und zahlreiche Projekte später lohnt sich eine ehrliche Zwischenbilanz. Die kurze Antwort: Vieles ist möglich geworden, vieles wurde bewiesen.
Was haben Bayreuth, Worms und Kassel gezeigt? Was lernen wir aus den Workshops mit Häusern, die ernsthaft anfangen wollen? Und warum entscheidet sich die Zukunft der Digitalität im Theater weniger an Hardware und Software als an Workflows, Schnittstellen und gemeinsamem Knowhow?
Digitalität ist nicht nur Bühne
Ich beobachte das Thema aus unterschiedlichen Rollen gleichzeitig: als Vorstandsmitglied der DTHG und als Fachberater und Projektleiter für Digitalisierung, mit dem Hintergrund eines Theatertechnik-Studiums an der Berliner Hochschule für Technik. In dieser Position zwischen Verband, Forschungsprojekten, Häusern und ...
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BTR Sonderband 2026
Rubrik: Produktionen/Potenziale, Seite 70
von Vincent Kaufmann
Auf dem Areal des ehemaligen Kieler Schlosses, das während des Zweiten Weltkriegs massiv zerstört wurde, wurde in den Jahren 1959 bis 1961 nach den Entwürfen der Architekten Sprotte & Neve ein Kulturzentrum errichtet, das sich aus einem eigenständigen Konzerthaus, einem modernen „Schlossgebäude“ sowie aus zwei aufgeständerten Gelenkbauten und dem einzig historisch...
Der Dom zu Meißen befindet sich zentral auf dem Domplatz des Burgbergs Meißen und thront mit seiner Turmanlage weit sichtbar über der Altstadt. Das Sandsteingebäude mit Langhaus und den untersten Geschossen der Westtürme wurde um 1400 vollendet. Das dritte Turmgeschoss der Westturmanlage folgte in den 1470er-Jahren; der Ausbau der Westtürme von 1904 bis 1908 geht...
Sieht man vom Bühnengeschehen ab, dann ist der neue Teppich im Saal inklusive Rang das Einzige, was Besucherinnen und Besucher des Schauspielhauses Leipzig nach dem jüngsten Umbau direkt wahrnehmen. Den Belag auszutauschen lag nahe, denn Fußböden mussten geöffnet werden, um Kabelverbindungen zwischen Technikplätzen und Bühne zu sanieren und zu ertüchtigen. Einmal...
