Die Sterne auf die Erde holen
Der Lichthof des Martin-Gropius-Baus in Berlin ist immer wieder ein Ereignis, vor allem, wenn Ausstellungen und Installationen seine Architektur, prachtvollen Ornamente und Details freigeben, die dieses Gebäude so einzigartig machen.
In der aktuellen von Clara Meister und Lisa Le Feuvre kuratierten Schau „Nancy Holt – Circles of Light“ haben die Besucher:innen nun die Gelegenheit, dort eine ausgedehnte und filigrane Installation zu erleben, die auf besondere Weise in diesem Raum wirkt: das Werk „Electrical System“ (1982), das in dieser Größe noch nie präsentiert wurde. Die Installation ist eine große Struktur, die nur aus Metallstangen und Leuchtmitteln besteht, in der Holt eine Energieinfrastruktur sichtbar machen, sie aus ihrer Alltäglichkeit holen und „ihre Organe offen legen“ wollte: „Im Laufe der Jahre sind diese technischen Systeme für unser tägliches Leben unentbehrlich geworden, doch sie werden meist hinter Mauern oder unter der Erde versteckt und in den Bereich des Unbewussten verbannt. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass wir fast völlig von ihnen abhängig sind“, so die Künstlerin. „Electrical System“ im Gropius-Bau erlaubt, sich durch diese Landschaft aus kühl-metallischen Strukturen, die zugleich warm leuchten, zu bewegen. In seiner Farbgebung und Symmetrie nimmt das Werk Details der Raumarchitektur des Lichthofs auf. Gewissermaßen eine Fortsetzung dieser Arbeit findet sich in einem der Ausstellungsräume im Erdgeschoss mit „Electrical Lighting for Reading Room“ (1985), ein funktionales Kunstwerk, das zum Verweilen einlädt und zwei Videoporträts zum Thema Licht zeigt. ...
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