Schützen – nicht fluten!
Im Jahr 2018 wurde ich von einem Onlinemagazin der Theaterbranche zum Thema fehlerhaft ausgelöster Löschanlagen interviewt.
Als ich meine Aussagen anlässlich eines erneuten Interviews, jetzt im Jahr 2024, ohne die geringste Aussicht auf Besserung der Lage, wieder in die Hände bekam, erfasste mich Zorn: Wie kann es nach Jahren des Nichtbrennens und den umfangreichen Sach- und finanziellen Schäden (teilweise in Millionenhöhe) in etlichen Theatern – durch Einsatz falscher Technologien und Folgen für die Arbeit der Theaterleute – immer noch keine Konsequenzen geben?
2018: Schaden statt schützen
Sicherheit ist ein hohes Gut, ohne Zweifel. Theaterbrände haben in der Geschichte zu entsetzlichen Katastrophen geführt. Im Jahre 1881 kamen beim Brand im Wiener Ringtheater im Feuersturm nach offiziellen Angaben 384 Menschen ums Leben. Seither haben sich Theater zu den sichersten Gebäuden Deutschlands entwickelt. Um Fragen der Sicherheit hat sich eine Industrie entwickelt, mit einigen Vor- und noch mehr Nachteilen. „German Angst“ ist Steigbügelhalter für ein Erhobenes-Zeigefinger-System, dem man sich nicht entziehen kann. Sucht man aber nach Antworten, warum diese sensiblen Technologien immer ...
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BTR 3 2024
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 20
von Wesko Rohde
Ein Duft von süßem Kakao durchströmt das Münchner Volkstheater wie in einer Konditorei. Die Erklärung dafür ist kein Kaffeehausbetrieb, sondern das Engagement der Abteilung Requisite, die für die Performance À la carte des Komponisten-Kollektivs Current Resonance, die am Gemeindezentrum Ku.Be im dänischen Kopenhagen uraufgeführt wurde, Schokobiskuitböden gebacken...
Projektion und Projektionstechniken nehmen in dem täglichen Opern- und Schauspielhäusern Deutschlands, Europas und der Welt einen immer größeren Raum ein. Die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, kombiniert mit der Kreativität von Regisseur:innen, Bühnenbildner:innen, Lichtdesignern:innen u. v. m. auf und hinter den Bühnen und der rasant fortschreitenden...
Das Foyer des Mecklenburgischen Staatstheaters und die Gänge zum Saal sind in gedämpftes Rot getaucht, „Nonnen“ ermuntern das hereinströmende Publikum, vor der Vorstellung noch schnell eine Beichte abzulegen. Abgewendet in einer Ecke steht eine „Schwester“ und spielt auf einem Theremin schaurige Klänge. Das stimmt perfekt ein auf „Sancta“, die erste...
