Büchermarkt 4/2019

Maske. Kunst der Verwandlung
von Barbara J. Scheuermann (Hrsg.

)
224 Seiten · 153 farbige und 39 s/w Abbildungen · 32,5 × 24,5 cm Hardcover · Englisch, Deutsch
ISBN 978-3-86832-522-5 
Wienand Verlag, Köln 2019
EUR 45,00 

In allen Kulturen der Welt – nachweisbar bis weit zurück in die Ur- und Frühgeschichte – kamen und kommen Masken in unterschiedlichsten Ausformungen und mit unterschiedlichsten Funktionen zum Einsatz (Totenmaske, Schandmaske, Theatermaske, Karnevalsmaske, rituelle Maske etc.). In der bildenden Kunst der Moderne war das Interesse an der Maske besonders groß (Dada, Surrealismus, Expres-sionismus), und auch die Gegenwartskunst widmet sich der Maske als Motiv oder Werkzeug wieder auffällig oft. Was macht die Faszination von Masken aus? Wie werden sie in Theater, Ritus und Gesellschaft verwendet und von wem? Wie setzen Künstler sie ein? Kann ein Gesicht wie eine Maske getragen werden? Was unterscheidet die Maske vom Gesicht? Wie verhalten sich in diesem Kontext Person und Persona zueinander? All diesen Fragen ging bis zum 25. August 2019 im Kunstmuseum Bonn die Ausstellung „Maske, Kunst der Verwandlung“ anhand hochkarätiger Leihgaben und teils eigens neu produzierter Werke nach. Im Fokus standen das maskierte Individuum sowie der performative Akt des -Tragens einer Maske in seinem gesellschaftlichen und politischen Kontext. Und auch der begleitende, vorliegende Katalog zeigt anhand internationaler Kunst der Moderne und der Gegenwart, wie seit jeher Menschen von Masken fasziniert sind. Aufgesetzt verwandeln sie ihre Träger in etwas Neues und fungieren zugleich als Schutz und Verbindung zwischen dem Individuum und der Außenwelt. Künstler wie Hannah Höch, Sophie Taeuber-Arp, Meret Oppenheim oder Karl Schmidt-Rottluff griffen das Thema Maske wiederholt auf. Und auch die Kunst unserer Gegenwart setzt sich mit der Maske und ihren paradoxen Möglichkeiten des Zeigens und Verbergens auseinander, der Verschleierung und der (digitalen) Selbstoptimierung. Die Künstlerin Martine Gutierrez kreierte zum Beispiel mit ihren Arbeiten der Reihe „Indige-nous Woman“ Bilder, die auf den ersten Blick an die Hochglanz-ästhek von Modemagazinen erinnern – erst beim zweiten Blick ist das Dekonstruktive zu erkennen (siehe Katalogcover).  ...

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BTR Ausgabe 4 2019
Rubrik: Lesen, Seite 62
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