Wandeln in Landschaften aus Licht
Das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna hat zum Presserundgang geladen. Ich reise mit dem Zug an. Der Weg zum Museum führt vom Bahnhof durch Unnas Fußgängerzone, die von vielen Fachwerkbauten gesäumt ist und zunächst auf den Marktplatz mündet und von dort nach rechts zum Gelände der ehemaligen Lindenbrauerei weiterführt. An diesem Vormittag erreichen viele italienische Sprachfetzen mein Ohr. Es sind die Lichttechniker aus dem süditalienischen Bari, die in der Innenstadt Lichtbögen abbauen.
Alle zwei Jahre kommen sie nach Unna, um die Illumination für das „Un(n)a Festa Italiana“ zu installieren. Sie bauen Lichtbögen und Pavillons auf und schmücken die Häuserfassaden mit großen Lichtbildern. Die Installationen bestehen aus unzähligen farbigen Leuchtmitteln, die in verschiedenen Kombinationen geschaltet werden, um komplexe Lichteffekte zu erzielen. Es ist eine süditalienische Tradition, mit der Patronatsfeste begleitet werden. Vor der Elektrifizierung wurden geteerte Leinwände und kleine Vasen mit Lampenöl („Lampante“) verwendet. Das „Un(n)a Festa Italiana“ fand Ende Mai statt und gilt als das größte italienische Fest nördlich der Alpen.
An Licht führt in Unna kein Weg ...
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BTR Ausgabe 4 2025
Rubrik: Ausstellungen, Seite 60
von Antje Grajetzky
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