Von Nähnadeln zu Walzwerken

Die Stadt Menden im Sauerland kann auf eine 300-jährige Geschichte erfindungsreicher industrieller Produktion zurückblicken. Im Gut Rödinghausen präsentiert eine neue Ausstellung die technologischen Entwicklungen und das Leben der Einwohner in einem theatral eingerichteten Ambiente. Geplant wurde sie von Prof. Jürg Steiner, Architekt und gelernter Bühnenmeister.

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Mendens Entwicklung ist exemplarisch für die jahrhundertealte deutsche Industriegeschichte. Das Gut Rödinghausen, gebaut 1807 auf den Grundmauern eines älteren Gebäudes, ist selbst ein Zeugnis dieser wechselvollen Geschichte. Jetzt befindet es sich in öffentlicher Hand und wurde in den vergangenen Jahren aufwendig saniert. Seit September 2020 ist im Obergeschoss des klassizistischen Herrenhauses auf rund 220 m2 ein Museum eingerichtet, wo über 300 Jahre Industriegeschichte Mendens und der Region kompakt, aber wirkungsvoll präsentiert werden.

Da eine Besichtigung bisher leider nicht möglich war, basiert der folgende Bericht auf Informationen des Architekten Prof. Jürg Steiner (siehe Interview Seite 22) und der Website des Hauses.

Für das Ausstellungsprojekt erhielt die Steiner Architektur-GmbH in einem Wettbewerb 2015 den ersten Platz. Das Büro wurde 2018 mit der Transformation des zweiten Obergeschosses von Gut Rödinghausen in eine Dauerausstellung zur industriellen Geschichte Mendens beauftragt, bis 2020 wurde das Projekt umgesetzt. Steiner Architektur-GmbH ist auf die Konzeption von Ausstellungen spezialisiert und wurde dafür vielfach ausgezeichnet, so 2017 mit dem Weltenbauer ...

Projektbeteiligte


Auftraggeber: Stadt Menden und Museumsund Heimatverein Menden e. V.
Konzeption und Organisation: 
Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck M.A.
Bauleitung: Immobilienservice der Stadt Menden, Markus Majewski, Katharina Neuhaus Restaurierungsprojekt: Götz – Lindlar, Bonn
Szenografie: Steiner Architektur-GmbH, Berlin, Prof. Jürg Steiner, Víctor Martínez Galipienzo, Annabelle Schuster, Jean Yi Tan, Hellmut Monz, Colin Steiner Tragwerk: Werner Bauingenieure GmbH, Unna Gläsernes Fachwerk: 
Mendener Glasbau Tovar und Kissing, Menden Exponateinrichtung: 
Vienna Arthandling, Wien Beleuchtung: Ingenieurbüro Dieter Schöpke, Werl; Mawa Design Licht- und Wohnideen, Michendorf; Franz Simon Elektrotechnik, Menden

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 1 2021
Rubrik: Ausstellungen, Seite 18
von Karin Winkelsesser

Weitere Beiträge
Plädoyer für einen fast verschwundenen Beruf

Sicherlich kommen besonders harte Zeiten auf uns zu. Der Nachhall der Coronapandemie wird noch nicht verklungen sein, auch wenn durch Impfungen die Herdenimmunität der Gesellschaft erreicht sein sollte. Dann erst werden die Theater vermutlich von einer gravierenden „Seuche“ erfasst werden: Kulturetatkürzungen in ungeahntem Ausmaß. Diese Krise beschleunigt...

„Die Arbeit mit Dingen liegt mir näher“

BTR: Herr Steiner, Ihr Weg führte zunächst ins Theater. Was hat Sie dort gereizt und was waren da Ihre Betätigungsfelder – im ersten Jahrzehnt Ihrer Berufstätigkeit? 
Als Kantonsschüler machte ich einige Jahre lang als Statist am Zürcher Schauspielhaus Erfahrungen. Gern erinnere ich mich an die Kostüme, an das Schminken, überhaupt an die Gerüche im Theater. Damals...

Bricks, plywood, and rambling roses

Wasfi Kani originally launched the Grange Park Opera festival in 1998 on a country estate in Hampshire. But following a dispute with the owners of The Grange, Kani started looking around for alternative premises. Meanwhile, in 2015, British TV presenter Bamber Gascoigne inherited a 14th century estate from his aunt Mary in Surrey, not far from London. Though...