Plädoyer für einen fast verschwundenen Beruf
Sicherlich kommen besonders harte Zeiten auf uns zu. Der Nachhall der Coronapandemie wird noch nicht verklungen sein, auch wenn durch Impfungen die Herdenimmunität der Gesellschaft erreicht sein sollte. Dann erst werden die Theater vermutlich von einer gravierenden „Seuche“ erfasst werden: Kulturetatkürzungen in ungeahntem Ausmaß. Diese Krise beschleunigt Tendenzen, die den Soloselbstständigen das Berufsleben ohnehin schon erschweren.
Die Asymmetrie in den Vertragsverhältnissen von festen und freien Mitarbeiter:innen könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite oft bis zu 100 Prozent Ausgleich durch Kurzarbeitergeld und Aufstockung, auf der anderen Seite Grundsicherung – und das über einen längeren Zeitraum, da zuerst die jetzt auf Halde produzierten Produktionen gezeigt werden müssen. Solange vergeben die Theater weniger neue Aufträge. Bühnen- und Kostümbildner:innen sind zu 95 Prozent freischaffend tätig, daher ist es einfach, ihre Leistungen zu streichen oder zu kürzen – was im Herbst 2020 vom Staatstheater bis zur Landesbühne bereits Usus geworden ist. Immer häufiger stellen sich Bühnen- und Kostümbildner:innen die Frage nach der ökonomischen, der ökologischen, aber auch der ...
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BTR Ausgabe 1 2021
Rubrik: Beruf und Bildung, Seite 74
von Gregor Sturm
Wir treffen uns zu diesem Gespräch am 16. November 2020 um 18:30 Uhr: In viereinhalb Stunden beginnt in Wien der „Lockdown heavy 2“. Vor 14 Tagen begann um 00:00 Uhr der „Lockdown light“. Kurz zuvor geschah das Attentat im 1. Bezirk, das Wien und die Welt aufrüttelte – denn hier hatte es viele Jahre lang keinen Terroranschlag mehr gegeben.
Michael Merschmeier: Vor...
01. Vertriebsnetz in Nordeuropa erweitert
Trondheim, Norwegen: Stage Tec, der Berliner Hersteller professioneller Audiotechnik, erweitert sein Vertriebsnetz. Avonlyd AS wird ab sofort für den Vertrieb von Stage-Tec-Produkten in Norwegen verantwortlich sein. Das 2007 von Edgar Andraa Lien und Tor Breivik gegründete Unternehmen unterhält Büros in Trondheim und Oslo....
BTR: Herr Steiner, Ihr Weg führte zunächst ins Theater. Was hat Sie dort gereizt und was waren da Ihre Betätigungsfelder – im ersten Jahrzehnt Ihrer Berufstätigkeit?
Als Kantonsschüler machte ich einige Jahre lang als Statist am Zürcher Schauspielhaus Erfahrungen. Gern erinnere ich mich an die Kostüme, an das Schminken, überhaupt an die Gerüche im Theater. Damals...
