Plädoyer für einen fast verschwundenen Beruf

Viele Bühnen- und Kostümbildner:innen stellen immer häufiger die Frage nach der ökonomischen, der ökologischen, aber auch der sozialen Zukunft ihres Berufs. Die Coronapandemie zum Anlass nehmend, beschäftigt sich der Autor mit dem fast vergessenen Beruf der Ausstattungsleitung, der nach seiner Ansicht einer gesamten Berufsgruppe das Überleben sichern könnte.

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Sicherlich kommen besonders harte Zeiten auf uns zu. Der Nachhall der Coronapandemie wird noch nicht verklungen sein, auch wenn durch Impfungen die Herdenimmunität der Gesellschaft erreicht sein sollte. Dann erst werden die Theater vermutlich von einer gravierenden „Seuche“ erfasst werden: Kulturetatkürzungen in ungeahntem Ausmaß. Diese Krise beschleunigt Tendenzen, die den Soloselbstständigen das Berufsleben ohnehin schon erschweren.

Die Asymmetrie in den Vertragsverhältnissen von festen und freien Mitarbeiter:innen könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite oft bis zu 100 Prozent Ausgleich durch Kurzarbeitergeld und Aufstockung, auf der anderen Seite Grundsicherung – und das über einen längeren Zeitraum, da zuerst die jetzt auf Halde produzierten Produktionen gezeigt werden müssen. Solange vergeben die Theater weniger neue Aufträge. Bühnen- und Kostümbildner:innen sind zu 95 Prozent freischaffend tätig, daher ist es einfach, ihre Leistungen zu streichen oder zu kürzen – was im Herbst 2020 vom Staatstheater bis zur Landesbühne bereits Usus geworden ist. Immer häufiger stellen sich Bühnen- und Kostümbildner:innen die Frage nach der ökonomischen, der ökologischen, aber auch der ...

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BTR Ausgabe 1 2021
Rubrik: Beruf und Bildung, Seite 74
von Gregor Sturm

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