Utopien einer besseren Welt

Die Neuinszenierung von Richard Wagners „Ring“ an der Deutschen Oper Berlin war wegen der Pandemie eine kaum lösbare Aufgabe. Der Zyklus wurde mit Verspätung und in ungeordneter Reihenfolge herausgebracht, konnte aber abschließend dreimal komplett und bei vollem Haus vor begeistertem Publikum in der neuen Interpretation von Regisseur Stefan Herheim unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles gezeigt werden.

Mit Spannung war die Neuinszenierung des „Ring“ an der Deutschen Oper erwartet worden. Der Vorgänger des damaligen Intendanten Götz Friedrich war zur Legende geworden, 33 Jahre lang gehörte er zum Repertoire der Deutschen Oper. Er ist nach dem markanten Bühnenbild von Peter Sykora als „Tunnel“-Ring in die Operngeschichte eingegangen. 2017 fiel der allerletzte Vorhang. Mit der Neuinszenierung wurde der international renommierte Opernregisseur Stefan Herheim beauftragt. Premiere sollte im Sommer 2020 sein.

Die Pandemie kam dazwischen, aber alle hielten entschlossen an dem Projekt fest und brachten es mit Verspätung und in verkehrter Reihenfolge zum erfolgreichen Abschluss.

Im September 2020 hatte zunächst Teil zwei, „Die Walküre“, Premiere, im Juni wurde Teil eins, „Das Rheingold“ nachgereicht, gefolgt von Teil vier, der „Götterdämmerung“, im Oktober 2021 und zuletzt „Siegfried“ im November 2021. Im November und Dezember 2021 sowie im Januar 2022 wurden alle vier Teile en bloc jeweils von Dienstag bis Sonntag gespielt. Stefan Herheim hat bei Götz Friedrich studiert, insofern war es für ihn eine besondere Aufgabe, aber auch Ehre, dessen berühmten „Ring“ abzulösen. Mit seiner ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 2 2022
Rubrik: Produktion & Technik, Seite 50
von Karin Winkelsesser

Weitere Beiträge
Branche, Personalien 2/22

Konzerthaus neu
In den vergangenen zwei Jahren wurde in Wernigerode die entwidmete Liebfrauenkirche zu einem Konzerthaus umgebaut, am 3. März wurde es eröffnet. Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode verfügt damit über einen zentralen Proben- und Konzertort. In dem stützenfreien Saal finden 480 Zuschauer, ein Orchester und bis zu 60 Chormitglieder auf...

Wir sind Neustarter

IT-Infrastruktur, Hygiene- und Lüftungsanlagen sind in vielen Theatern dank der „Neustart Kultur“-Förderung auf dem neuesten Stand. Aber auch im Bereich Equipment, insbesondere für die mobile Nutzung, wurden Mittel von den Antragstellern abgerufen. Einige Theater verwirklichten komplett neue pandemietaugliche Veranstaltungsideen. Andere nutzten die Chance, bewährte...

Raum mit Geheimnissen

Judith hat ihr vergangenes Leben hinter sich gelassen, um Herzog Blaubart auf seine Burg zu folgen. Sieben verschlossene Türen gilt es zu öffnen, um bis ins Innere seiner Seele vorzudringen. Doch was verbirgt sich dahinter? Sind es Blaubarts oder Judiths emotionale Ängste und Abgründe oder gar unsere eigenen? In der Inszenierung am Aalto-Theater wird die Bühne von...