Theater neu denken

Bereits im BTR-Sonderband 2022 skizzierten die Autoren die Vision eines neuen Theaters, das sich statt am technisch maximal Machbaren an einer intelligenten Optimierung orientieren sollte. Die gegenwärtigen Diskussionen und die teilweise völlig überhöhten Bau- und Sanierungskosten regen an, das Thema weiterzudenken

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Das Theater ist eine der ältesten kulturellen Institutionen der Menschheit, und seine Baukunst hat sich über Jahrhunderte stets mit den technischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen gewandelt. Doch im 21. Jahrhundert steht die Theaterarchitektur vor neuen Herausforderungen. Das Ziel eines neuen Ansatzes, 2022 wie heute, lautet: Theater, die exzellent gestaltet, funktional und erschwinglich sind – ohne Kompromisse bei der künstlerischen Qualität. Ein anschauliches Beispiel für diese Vision ist die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund (BTR 5/2023).

Mit einem Budget von unter 10 Millionen Euro ist sie ein Modellprojekt, das zeigt, wie durch kluge Planung und klare Prioritäten ein hochmoderner Kultur- und Ausbildungsort geschaffen werden kann.

Vom Prestigebau zur funktionalen Exzellenz
Historisch gesehen waren Theaterbauten häufig Monumente der Machtdemonstration und des Prestiges. Reiche Verzierungen und teure Materialien sollten Größe und Relevanz unterstreichen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich dieser Anspruch vielerorts in Richtung technologischer Überfrachtung durch überbordende Regelwerke verschoben: Nicht allein modernste Bühnentechnik, ...

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BTR Sonderband 2025
Rubrik: Produktionen und Potenziale, Seite 57
von Sebastian Franssen und Wesko Rohde

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