Starke Illusionen
Sie dienen der Orientierung, der Vertiefung des Bildes, dem Festhalten einzelner Bühnenmomente für eine vermeintliche Ewigkeit oder auch, ganz einfach: der Erzeugung starker Illusionen. Die Rede ist von vier OLED-Screens, die in Robert Lepages Stück „Glaube, Geld, Krieg und Liebe“ an der Schaubühne Berlin das Zentrum des sehr wandelbaren Bühnenbilds bilden und so etwas wie heimliche Hauptdarsteller sind. Den vier Wörtern des Titels entsprechen vier Ebenen, die das Stück hat, das Lepage mit einem Ensemble aus sieben Schauspieler:innen über ein Jahr entwickelt hat.
Es erzählt die Geschichte eines in Nachkriegsdeutschland „unehrenhaft“ geborenen Mädchens, das bei Nonnen aufwächst und später ein Star-Model wird, das sich für Waisenkinder einsetzt. Die Geschichte einer höheren Tochter, die sich von ihrer Industriellen-Familie absetzt, weil die mit den Nazis kollaboriert hat, und spielsüchtig wird. Die Geschichte ihres Sohnes, der mit Traumata aus seinem Einsatz in Afghanistan kämpft. Und die Geschichte eines schwulen Paares, das mithilfe einer ukrainischen Leihmutter Eltern werden will und von Russlands Überfall auf die Ukraine überrascht wird. Teilweise überschneiden sich die vier ...
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BTR Ausgabe 1 2025
Rubrik: Licht, Ton, Produktionen, Seite 26
von Sophie Diesselhorst
Gunther Matejka: Herr Bettinger, was war bei dem Projekt rückblickend die höchste Hürde?
Stefan Bettinger: Die Anforderung war: Der Saal und die Wirkung der Lüster sollten vom Charakter her nicht verändert werden. Das war anspruchsvoll, aber das haben wir auch geschafft: Weder die Zuschauer noch die Prinzregententheater-Mitarbeiter können einen Unterschied zwischen...
Was 1854 mit einer klaren Vision begann, entwickelte sich über Generationen zu einer Innovationskraft, die heute untrennbar mit moderner Bühnentechnik verbunden ist. Von den Anfängen als Eisengießerei und Handelsbetrieb zum weltweit anerkannten Anbieter von Bühnenmaschinerie: Waagner-Biro Stage Systems setzt Maßstäbe in den Bereichen Kreativität, Funktionalität und...
Through the Looking Glass Stage Photographs // 1985–2004
von Wilfried Hösl
232 Seiten, 185 Farbtafeln. ISBN 978-3-8296-1026-1
Schirmer/Mosel, München 2024 EUR 49,80 / CHF 57,30
„Die Fotografie ist Zeuge jenes komplexen Moments, der Theater ausmacht.“ So umschreibt Wilfried Hösl (*1957), seit 1993 Theaterfotograf der Bayerischen Staatsoper, seine langjährige...
