Rad des Lebens
Wie eine Oper auf die Bühne bringen, die fast keine Handlung hat? Dieser Herausforderung hat sich der Regisseur Johannes Erath und sein Team mit der Inszenierung von „Fin de partie“, gestellt, einer musikalischen Umsetzung des gleichnamigen Theaterstücks des irischen Autors Samuel Beckett durch den Komponisten György Kurtág. Kaspar Glarner schuf das Bühnenbild. Die Geschichte ist schnell erzählt: Das Ehepaar Nell und Nagg lebt in jeweils einer Mülltonne, da sie ihre „Hax’n“ bei einem Tandemausflug vor langer Zeit verloren haben.
Sie leben bei ihrem blinden Sohn Hamm, der im Rollstuhl sitzt, und werden alle drei von dem Diener Clov versorgt. Nell stirbt irgendwann, später verschwindet Nagg. Hamm und Clov beschließen, sich zu trennen, aber ob sie es schaffen, bleibt offen. Das Stück – und die Oper in gekürzter Form – beinhaltet im Wesentlichen Rückblicke auf glückliche Zeiten und das Sinnieren über den Tod und das Leben.
Beckett-Raum und Riesenrad
Die Musik schafft einen stimmungsvollen Klangraum für die Szene und stellt die Musikalität des Textes heraus. In der ersten Hälfte der Oper ist ein vielschichtiger, sogenannter Beckett-Raum mit einer kunstvollen Kombination aus Videos, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR 2 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 40
von Karin Winkelsesser
Anfang der 1980er-Jahre war Bielefeld genauso wenig wie heute Zentrum jugendlicher Subkultur. Eine Stadt, Großstadt sogar, am östlichen Rand Westfalens. Anke Lohmanns Weg führte nach ihrer Ausbildung zur Tischlerin zunächst zu den städtischen Bühnen in Bielefeld. Für Frauen in sogenannten Männerberufen waren die Stellenangebote damals rar. Die städtischen Bühnen in...
Technikgespräch am Staatstheater Cottbus. Gar nicht so leicht, die Protagonisten hinter der Bühne für einen Journalistentermin kurzfristig zusammenzubekommen. Matthias Günther, den Technischen Direktor. Sebastian Thoss, den Leiter der Ton- und Videoabteilung. Und den Beleuchtungsobermeister Dirk Seeber. An dem Vier-Sparten-Haus mit mehreren Spielstätten, das 400...
Neubrandenburg
Das Stück „Anna“ feierte im Februar am Schauspielhaus Neubrandenburg seine Premiere. Die Geschichte spielt in Ostberlin, im Jahr 1968: Erzählt wird von Vertrauen, Loyalität und Verrat. Das Publikum erlebt die Inszenierung akustisch per Kopfhörer, denn das Ensemble spielt in einem schalldichten Bühnenbild.
München
Das Festival „Radikal jung“ fand vom...
