Pixelshow am Abgrund
Die digitale Revolution hat die gestalterischen Möglichkeiten der Theaterbühnen um ein Vielfaches erweitert. Das gilt auch für visuelle Verwirrspiele zwischen Realität und optischen Täuschungen. In der BTR 4/2021 stellten wir die Anamorphosen des Architekten François Abelanet und der Szenografin Nadia Lauro vor, die statischer Natur sind, sodass ihr Effekt stark vom Standpunkt des Betrachters abhängt. In Lauros Bühnenbildern entsteht ein Bühnenboden, der sich scheinbar wölbt und somit eine reale Hügellandschaft ersetzt.
Doch das ist mitnichten ein simples Sparmodell, das die Bühnenausstattung vereinfacht. Es geht vielmehr um einen Weg, ganz besondere Effekte zu erzeugen, ästhetische Wirkung zu entfalten und die Sinne der Zuschauer zu verwirren: Ist das, was wir sehen, wahr oder eine Illusion? Der aktuelle Stand der Datenverarbeitung erlaubt inzwischen, einen Schritt weiter zu gehen. Neuere, der digitalen Welt entspringende szenische Illusionsmaschinerien bieten aus jeder Perspektive den perfekten Blick und sind zudem selbst mobil. Sie reflektieren auf der Bühne das Potenzial und die Wandlungen einer Gesellschaft, die sich zunehmend auch im Alltag in Richtung eines hybriden Gebildes ...
Thomas Hahn lebt in Paris und arbeitet dort als freischaffender Journalist. Für die BTR schreibt er über die Themen Multimedia, Bühnenbild, Akustik und Theaterbau.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 1 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 26
von Thomas Hahn
Unter der Regie von Andrea Pfaehler und Eduardo Torres wurde die Neuinszenierung 2020 erstmals vorgestellt und 2021 überarbeitet erneut zur Aufführung gebracht. Ganze neun Stunden versetzte das Stück die Zuschauer in das Leben mit dem Schatten, die Rolle des Mephisto war dabei auf vier verschiedene Aspekte fokussiert. „In unserem ‚Faust‘ gibt es den Mephisto...
Lange Gesichter. In die blickten Intendant Markus Trabusch und Schauspieldirektorin Barbara Bily nach der Sommerpause, als sie das Ensemble über die Lage unterrichtet hatten: Inszenierungen waren im Haus an der Würzburger Theaterstraße 21 wegen des immer noch laufenden Umbaus nicht möglich. Ein im Untergrund liegender alter Bahnhof hatte für massive Verzögerungen...
Two large black walls flank the entrance to the exhibition on Berlin’s Pariser Platz. A triangular cut-out provides the only access to the rooms behind: A kind of passepartout, it forms both a boundary and a striking aesthetic statement, of the kind that Erich Wonder made in the stage spaces he created. It’s inspired by Wonder’s stage set for Heiner Müller’s...
