Motivation statt solider Grundlage

Reicht die HOAI, um den spezifischen Anforderungen an Planungsqualität und Nutzerfreundlichkeit gerecht zu werden? Der Autor dieses Artikels plädiert für einen praxisorientierten Umgang mit der Honorarordnung bei Sanierungen und Neubauten von Kulturbauten. Ergänzende Ansätze könnten die HOAI erweitern, um Planer zu außergewöhnlichen Leistungen zu motivieren

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Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbares Instrument zur Regelung der Vergütung von Planungsleistungen in Deutschland. Sie bietet eine klare Struktur und sorgt für Transparenz zwischen Bauherren und Planern. Doch gerade bei anspruchsvollen Projekten wie der Sanierung oder dem Neubau von Kulturbauten – etwa Theatern, Opern- oder Konzerthäusern – zeigt sich, dass die HOAI allein nicht immer ausreicht, um den spezifischen Anforderungen an Planungsqualität und Nutzerfreundlichkeit gerecht zu werden.

Die Orientierung der HOAI an Leistungsphasen und anrechenbaren Kosten schafft zwar eine solide Grundlage, berücksichtigt aber weder außergewöhnliche Planungsqualität noch Innovationen oder maßgeschneiderte Lösungen für besonders komplexe Bauaufgaben. Kulturbauten gehören zu den anspruchsvollsten Bauprojekten überhaupt. Sie sind mehr als funktionale Gebäude: Sie sind Orte der Kunst und Kultur, die vielfältigen technischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden müssen. Bei der Sanierung oder dem Neubau eines Theaters geht es um weit mehr als um die Umsetzung technischer Standards. Perfekte Akustik, innovative ...

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BTR 2 2025
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 20
von Wesko Rohde

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