Moderne Theaterbauten 1950 bis 2020

Großbritannien ist anders als der „Kontinent“ – und hat deshalb auch die EU verlassen. Britische Sonderwege zeigen sich ebenso in der Theatertradition. Shakespeare erfand die vorgeschobene Bühne, die Thrust Stage, ohne Portal direkt am Publikum. In den 1970er-Jahren wurde diese Tradition mit modernen Mitteln wieder aufgenommen und hat zahlreiche intime Theaterbauten hervorgebracht.

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Wir wollen den Versuch unternehmen, die Entwicklung eines zutiefst britischen Phänomens nachzuzeichnen. Das „open stage drama theatre“, die offene Theaterbühne, hat sich in Großbritannien zwischen 1970 und 1980 herausgebildet, seither kontinuierlich weiterentwickelt und Eingang auch in die Theaterpraxis in anderen Teilen der Welt gefunden. Es handelt sich um einen Bühnentypus, der fest in der britischen Theatertradition verwurzelt ist. Im Folgenden sollen die ersten zehn Jahre seiner Entwicklung im Vereinigten Königreich betrachtet werden.

Die Hauptmerkmale dieser Bühnenform sind: Eine offene Bühne, die bewirkt, dass Darsteller und Zuschauer sich im selben Raum befinden. Die bescheidene Dimension, gewöhnlich im Bereich zwischen 200 und 400 Plätzen. Zwei- oder mehrstöckige Zuschauerränge an drei oder vier Seiten der Bühne sowie ein flexibler Grundriss.

Historische Ursprünge

Um die Ursprünge dieser Bühnenform zu begreifen, ist ein kleiner historischer Exkurs vonnöten. Selbstverständlich existieren in der historischen Theatertradition Englands klar erkennbare Vorläufer – allen voran die Shakespeare-Bühne mit ihren facettenreichen, die Bühne einfassenden Rängen sowie die „Playhouses“ ...

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BTR Ausgabe 5 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 62
von Tim Foster

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