Leidenschaftlicher Diskurs
Im Jubiläumsjahr zeigte das „Radikal jung“-Festival im Münchner Volkstheater zahlreiche politische Positionen, und das in Romanadaptionen, Dramen, Performances und einem Opernformat. Insgesamt zwölf Regiearbeiten – von größeren Theaterbühnen und aus der freien Szene – hat das Kurator:innenteam Leon Frisch, Hannah Mey, Isabelle Redfern, C. Bernd Sucher und Christine Wahl ausgewählt.
Widerstand gestern und heute
Eröffnet wurde das Festival mit Antigone nach Sophokles von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Mikheil Charkviani am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der auch für das Bühnenbild und die Videoprojektionen verantwortlich zeichnet. Je vier Klaviere in drei Reihen dominieren den Bühnenraum. Vier Pianist:innen interpretieren Erekle Getsadzes Komposition über Ausnahmesituationen in Krieg und Widerstand. König Kreon, dargestellt von Martin Plass und ausgestattet von der Kostümbildnerin Bettina Kirmair, stampft in einem uniformartigen Look aus einem seidig-ornamentalen Stoff herum, trampelt auf die Tasten der Pianos. Parallel zu seinen Machtdemonstrationen werden auf dem Videoscreen über ihm gegenwärtige globale Menschenrechtsverletzungen angeprangert. Ihm widersetzt sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 3 2026
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 21
von Eva Maria Fischer
Vorschau
Atmende Bühne
Das monumentale Bühnenbild von Paul Zoller für „Penthesilea“ an der Staatsoper Hannover zeigt den Schauplatz eines Krieges. Mehrstöckig erheben sich Gerüsttürme, von einer Brücke geht der Blick auf das Schlachtfeld. Den Boden bildet eine mikroskopisch vergrößerte Haut mit Haaren, unter der Darstellerinnen hervorkriechen und wieder versinken....
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erreichte das württembergische Bühnenwesen ein Niveau, das es weit über die Grenzen des Herzogtums hinaus bekannt machte. Selbst Giacomo Girolamo Casanova rühmte den Hof Herzog Carl Eugens enthusiastisch als den „glänzendsten von ganz Europa“ und verwies im Besonderen auf die außergewöhnlichen Aufwendungen im Bereich des...
Tadashi Kawamata hat einen besonderen Spürsinn für verbotene Orte. Vornehmlich in Nischen und Parks im urbanen Raum setzt er seine „Nester“ und Hüttenähnlichen Gebilde „Tree Huts“. Seine vergänglichen Architekturen aus Holzlatten verwandeln sich an Gebäuden, Straßen, Bäumen zu plastischen Graffiti, manchmal unscheinbar, mitunter wirbelnd ausufernd oder wie vom Wind...
