Leidenschaftlicher Diskurs

Bereits seit zwei Jahrzehnten wird auf dem Festival „Radikal jung“ am Münchner Volkstheater unter der Intendanz von Christian Stückl eine Plattform für Künstler:innen von morgen geschaffen – die auf einer Grundhaltung von Diversität und Toleranz basiert. Vom 24. April bis zum 3. Mai 2026 zeigte sich dort wieder eine große Bandbreite ästhetischer Ansätze junger Theaterschaffender

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Im Jubiläumsjahr zeigte das „Radikal jung“-Festival im Münchner Volkstheater zahlreiche politische Positionen, und das in Romanadaptionen, Dramen, Performances und einem Opernformat. Insgesamt zwölf Regiearbeiten – von größeren Theaterbühnen und aus der freien Szene – hat das Kurator:innenteam Leon Frisch, Hannah Mey, Isabelle Redfern, C. Bernd Sucher und Christine Wahl ausgewählt.

Widerstand gestern und heute
Eröffnet wurde das Festival mit Antigone nach Sophokles von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Mikheil Charkviani am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der auch für das Bühnenbild und die Videoprojektionen verantwortlich zeichnet. Je vier Klaviere in drei Reihen dominieren den Bühnenraum. Vier Pianist:innen interpretieren Erekle Getsadzes Komposition über Ausnahmesituationen in Krieg und Widerstand. König Kreon, dargestellt von Martin Plass und ausgestattet von der Kostümbildnerin Bettina Kirmair, stampft in einem uniformartigen Look aus einem seidig-ornamentalen Stoff herum, trampelt auf die Tasten der Pianos. Parallel zu seinen Machtdemonstrationen werden auf dem Videoscreen über ihm gegenwärtige globale Menschenrechtsverletzungen angeprangert. Ihm widersetzt sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 3 2026
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 21
von Eva Maria Fischer

Weitere Beiträge
Nachgefragt: Jannick Lasch

BTR: Jannick Lasch, was hat Sie zum Theater gebracht?
Jannick Lasch: Tatsächlich bin ich gar nicht in einem Umfeld aufgewachsen, das groß theateraffin war. Und so hatte ich auch ganz lange Zeit nicht viel zu tun gehabt mit großer Bühne oder Theaterhäusern. Allerdings spielte ich selber Theater in Jugendclubs. Ich bin erst so richtig an die Bühne gekommen, als ich...

„Theater diskutieren und neu denken“

Zur 63. Bühnentechnischen Tagung kamen an zwei Tagen rund 1400 Fachbesucher:innen in der HanseMesse Rostock zusammen. Mit 93 ausstellenden Unternehmen und Institutionen war die Messe so gut besucht wie noch nie zuvor und vollständig ausgebucht. Gleichzeitig bot das Fachprogramm mit 58 Vorträgen, Diskussionsrunden und Praxisformaten auf mehreren Bühnen vielfältige...

Fundus und Forschung

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erreichte das württembergische Bühnenwesen ein Niveau, das es weit über die Grenzen des Herzogtums hinaus bekannt machte. Selbst Giacomo Girolamo Casanova rühmte den Hof Herzog Carl Eugens enthusiastisch als den „glänzendsten von ganz Europa“ und verwies im Besonderen auf die außergewöhnlichen Aufwendungen im Bereich des...