Lehren und Lernen

Die Veranstaltungsbranche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Technische Innovationen und modifizierte Formate führten zu neuen Anforderungen an Licht, Ton und generell an Veranstaltungstechnik. Diese Entwicklungen wurden und werden immer von Menschen vorangetrieben. Anke Lohmann ist eine Frau, ohne die der hohe Grad an Weiterbildung und Qualifizierung in der Veranstaltungsbranche kaum vorstellbar ist. Ein Porträt

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Anfang der 1980er-Jahre war Bielefeld genauso wenig wie heute Zentrum jugendlicher Subkultur. Eine Stadt, Großstadt sogar, am östlichen Rand Westfalens. Anke Lohmanns Weg führte nach ihrer Ausbildung zur Tischlerin zunächst zu den städtischen Bühnen in Bielefeld. Für Frauen in sogenannten Männerberufen waren die Stellenangebote damals rar. Die städtischen Bühnen in Bielefeld suchten eine Bühnenfachkraft und erwarteten die männliche Form. Diese Stelle hat Lohmann dann auch nicht bekommen. „Aus sozialen Gründen“, so hieß es damals, wurde sie an einen Mann vergeben.

„Ich war wohl die erste Frau in ganz Deutschland, die auf der Bühne bei der Technik gearbeitet hat. Da habe ich sehr viel mehr Ressentiments, sehr viel mehr Schwierigkeiten erfahren als später bei der Pyrotechnik. Dieses Thema ‚Frauen in Männerberufen‘ zieht sich durch mein Leben. Als Frau musst du dir überlegen, wie du dich aufstellst, wenn du in einer Männerbranche arbeitest. Umgekehrt musst du dich als Mann aber auch in einer Branche, in der fast ausschließlich Frauen arbeiten, auf bestimmte Verhaltensweisen einstellen. Das prägt natürlich. Aber ich bin mit einem großen Bruder und seinen Kumpels aufgewachsen. Da bin ich ...

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BTR 2 2025
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 26
von Siegfried Paul und Thomas Sakschewski

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