Instrumente des Lichts

Zum 90. Geburtstag des Künstlers Heinz Mack zeigte das Museum Kunstpalast in Düsseldorf vom 8. März bis zum 31. Mai eine Ausstellung mit Arbeiten aus dessen ersten Schaffensjahrzehnten. Mit innovativen Neuerungen und einem revolutionären Geist erschloss Mack neue Denk- und Arbeitsräume. Neben Gemälden, Skulpturen und lichtkinetischen Installationen gaben Fotografien, Filme, Bühnenbilder, Architekturvorhaben und Land-Art-Projekte einen Einblick in das Schaffen des Künstlers.

In einem Fernsehfeature äußerste sich Heinz Mack 1968 über den damaligen Boom der Auflagenkunst und das Reproduktionsmedium Film: „Mein Plan ist es, eine Ausstellung zu machen, die nicht mehr in einem Museum stattfindet, sondern ausschließlich und nur einmalig im Fernsehen erscheint. Alle Objekte, die ich in dieser Ausstellung zeigen werde, können nur durch das Fernsehen dem Publikum bekannt gemacht werden und werden auch von mir wieder zerstört.“ In Pandemiezeiten bekommt ein solches Zitat plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

Gab es in vielen Künsten seit der Etablierung von Fernsehen und Funk als Massenmedien Konzepte für schöpferische Arbeiten explizit für diese Medien und die Nutzung der Übertragungsmedien als künstlerisches Material, erleben wir gegenwärtig doch schmerzhaft die Begrenzung der digitalen Produktion. Wie glücklich bin ich also, dass es mir gelungen ist, die Mack-Ausstellung in Düsseldorf am 8. April leibhaftig zu erleben. Mit gebuchtem Zeitfenster und schnell in der Wartezeit draußen im Regen installierter Luca-App erhalte ich Punkt 12:45 Uhr Einlass ins Museum.

Anlässlich des 90. Geburtstags ehrt das Museum Kunstpalast Heinz Mack mit einer Schau, die Werke aus ...

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BTR Ausgabe 3 2021
Rubrik: Ausstellungen, Seite 78
von Antje Grajetzky

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