Inklusion ist erst der Anfang
Peer, du lügst!“ Das wird der Titelfigur von Henrik Ibsens Welt- und Seelendrama gleich zu Beginn von seiner Mutter Aase vorgeworfen. Und wirklich, dieser Peer Gynt kann mitreißend Geschichten erzählen und hat Aase auch schnell wieder um den Finger gewickelt. Dass in der Inszenierung von Ulf Goerke an der Freien Bühne München (FBM) gleich das ganze Ensemble Facetten des Trunkenbolds, Taugenichts und Tagträumer darstellt, verleiht dem dramatischen Gedicht einen besonderen Reiz.
Die Freie Bühne München versteht sich als „inklusives Theater“, hier entstehen Projekte im Bereich darstellende Kunst, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten; in dieser achten großen Produktion haben vier von sieben Schauspieler:innen eine kognitive Beeinträchtigung. Der Traum des gesellschaftlichen Miteinanders treibt sie an. Er ist der autobiografische Subtext aller Produktionen der FBM, einer „sehnsuchtsvollen Reise zwischen Fantasie und Wirklichkeit“: In kraftvollen Bildern und mit eigens von dem Multi-Instrumentalisten Enik zu den Szenen komponierter Musik beschreiben die Schauspieler:innen, die alle einen Teil des Antihelden darstellen, virtuos dessen Weg von der Entfremdung zur ...
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BTR Sonderband 2022
Rubrik: Produktion / Technik, Seite 26
von Eva Maria Fischer
Katharina Schantz: Herr Sickel, die „Oper am Luisenpark“ (OPAL) wird eine der Interimsspielstätten für die Opernsparte des Nationaltheaters. Sie haben die intensive Suche gesteuert. Worauf haben Sie geachtet?
Marc Stefan Sickel (MSS): Ein Bühnenraum hat sehr spezifische Anforderungen, die sich innerhalb der jeweiligen Sparten noch einmal stark unterscheiden. Die...
Liebe Leserin, lieber Leser,
auch wenn wir unseren Sonderband mit „Modelle für die Zukunft“ übertitelt haben, geht es hier vor allem um unsere Gegenwart. Denn in unseren Beiträgen kommen Menschen zu Wort, die sich heute engagieren, die aktuelle Zustände analysieren, die (auch unbequeme) Fragen stellen und für neue Denkanstöße, für ihre Ideen interessieren wollen.
V...
Das Schauspielhaus in Chemnitz muss in den nächsten zwei Jahren geschlossen werden, um diverse Mängel in der Bauund Anlagensubstanz beseitigen zu lassen. Das Haus wurde 1980 nach einem Brand neu errichtet und muss dringend ertüchtigt werden, um den heutigen baulichen und sicherheitstechnischen Ansprüchen zu genügen. In der Phase der Realisierung sollen diverse...
