in memoriam Monika Kusche

Eine Dame

Eine Dame. Zierlich. Elegant. Energisch. Lebensfroh. Neugierig. Sozialkompetent. So meine aus traurigem Anlass erinnerten Eindrücke vom ersten Treffen mit Monika Kusche. Ich hatte schon zuvor einiges über sie gehört – vor allem, wie erfolgreich sie ihr Geschäft betreibe. Aber nach dieser ersten Begegnung wusste ich: Sie betreibt kein Geschäft, sondern ist eine Persönlichkeit, die in ihrer Arbeit aufblüht, weil sie die gern macht. Ihre Arbeit war das zugewandte Gespräch mit Menschen – nicht mit Kunden. Ein Talent, nicht wirklich erlernbar.

25 Jahre lang habe ich mit Monika Kusche als Geschäftsführer und Verleger des Theaterverlags zusammenarbeiten dürfen, und das spontan entstandene Vertrauen zwischen uns wurde niemals enttäuscht, stand niemals infrage. In Krisenzeiten – und die gab es, allerdings nur von außen bewirkt, naturgemäß auch in all den Jahren – ist so ein blindes Vertrauen nicht „blind“, sondern „erhellend“. Wenn wir Schwierigkeiten besprachen, waren wir beide danach klüger. Und konnten pragmatisch und ruhig handeln. Auch in der letzten Zeit, die von ihrer Krankheit überschattet war, hat sie ihr eingeborener Lebensmut vermutlich nie verlassen. Geklagt hat sie ...

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BTR Sonderband 2022
Rubrik: Nachruf, Seite 94
von

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Editorial (SB 22)

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch wenn wir unseren Sonderband mit „Modelle für die Zukunft“ übertitelt haben, geht es hier vor allem um unsere Gegenwart. Denn in unseren Beiträgen kommen Menschen zu Wort, die sich heute engagieren, die aktuelle Zustände analysieren, die (auch unbequeme) Fragen stellen und für neue Denkanstöße, für ihre Ideen interessieren wollen.

V...

Wie wollen wir arbeiten?

Mit einem Abo für das Schauspielhaus war ich bereits zu meiner Schulzeit regelmäßig Gast an meinem derzeitigen Arbeitsplatz. Nach der Schule folgte eine Hospitanz in der Ausstattung des Staatstheaters Hannover sowie ein Job als Regieassistentin. Doch schon während des Studiums der Neueren deutschen Literatur, Theaterwissenschaft und Publizistik/...

Ideen teilen und entwickeln

Ein sonniger Morgen Ende April, es ist kurz nach 9 Uhr und viele Menschen stehen vor dem Eingang des Theaters Dortmund, begrüßen sich, reden oder trinken Kaffee. Nach einem Jahr, in denen Workshops und Arbeitsgruppentreffen nur im virtuellen Raum stattfanden, ist es endlich so weit. Der erste Kongress „Zukunft des Theaters – Theater der Zukunft“ findet live statt....