„Entscheidungen werden schnell gefällt“

Vor 20 Jahren begann der Bühnenplaner Horst Kunkel, sich für den asiatischen und insbesondere für den chinesischen Markt zu interessieren. Dort hält der Boom beim Bau von Kulturzentren weiterhin an, und so konnte er mit seinem Team bisher gut 20 Projekte realisieren – fast immer im Zeit- und Kostenplan. Wie funktioniert das Planen und Bauen in China, welche Restriktionen gibt es und welche Möglichkeiten haben deutsche Firmen? Ein Gespräch über erstaunliche Erfahrungen.

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BTR: Wenn in China oder Asien neue Theater eröffnet werden, wird das bei uns in der Presse ja wenig wahrgenommen – außer der Architekt ist international berühmt und Europäer. Sie haben als Planer für Bühnentechnik wohl als einziger Deutscher einen großen Fuß auf den asiatischen, insbesondere den chinesischen Theatermarkt setzen können. Wie kam es dazu?
Horst Kunkel: Zunächst erhielten wir Aufträge in Singapur, dann in Malaysia und Jakarta 1997 bis 1998.

Als die Chinesen ein wenig später anfingen, Theater und Opernhäuser zu bauen, schauten sie sich in den Nachbarländern um, wo wir ja bereits Referenzen hatten.

Für uns hat aber eine Geschichte den Ausschlag gegeben. Carlos Ott (der kanadisch-uruguayische Architekt, damals noch unbekannt, gewann überraschend den Wettbewerb für den Bau der Opéra Bastille in Paris und hat seitdem eine internationale Karriere gemacht, d. Red.) suchte einen Bühnenplaner für sein neues Projekt in Nanjing, das Jiangsu-Opernhaus (1998), und kontaktierte mich. Der Haken: Am folgenden Tag sollte ich dort sein. Von Kuala Lumpur aus flog ich also direkt dorthin. Ott legte mir bei Ankunft 200 Pläne auf den Tisch und gab mir bis zum nächsten Morgen Zeit, ein ...

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BTR Sonderband 2017
Rubrik: Thema: Bilanzen und Ausblicke, Seite 64
von Karin Winkelsesser

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