Ein großer Wurf

Ein wortgewaltiges Stück neu inszeniert: Am 19. November feierte „Macbeth“ im Düsseldorfer Schauspielhaus seine Premiere. Die Balance aus großen Bildern und filmischen Momenten vollzieht Macbeths Wandlungen mit, unaufdringlich folgt das Licht der Handlung. Eine Produktion, die alle Beteiligten in den Gewerken des Schauspielhauses besonders forderte. Und dem Publikum einen eindrucksvollen Theaterabend bescherte.

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Shakespeare schrieb „Macbeth“ in einer Zeit, in der Theater wesentlich über das Wort wirkte. Sein Globe Theatre war so gebaut, dass das Publikum gut sehen, aber vor allem auch gut hören konnte, denn die Ränge waren so steil und nah um die Szenenfläche gebaut, dass keiner weiter als 20 Meter vor der Szene platziert wurde. Gute Sicht und gute Akustik sollte allen geboten werden, auch den sprichwörtlichen billigen Plätzen, die für einen Penny. Das Globe war ein Volkstheater.

Viele Shakespeare-Aufführungen heute leben ebenfalls noch stark vom Wort.

Salopp könnte man sagen, wenn die Texte in gute Schauspielerhände geraten und das Regieteam sein Handwerk versteht, stehen letztlich die Darstellenden in wechselnden Kulissen und bringen uns das Stück über den Text nah – Qualität hat der ja. In allen Übersetzungen, die ich kenne, fasziniert die Sprache. Heute wirkt sie für viele langatmig, umständlich, teils kompliziert in den Verästelungen, aber gleichzeitig auch kraft- und humorvoll, manchmal brutal offen. Geduld und Übung mit dem Formulieren und Folgen von Texten lässt heute allgemein nach. Wenn etwas zu notieren ist, wird schnell das Handy gezückt, um ein Foto zu machen. Im Englischen ...

Herbert Cybulska ist freischaffender Lichtgestalter und Fotograf sowie Inhaber eines Planungsbüros (http://herbertcybulska.com). Er arbeitet sowohl für freie Theater- und Musikproduktionen wie auch als Lichtplaner. Seit vielen Jahren ist er für die BTR Fachautor im Bereich Licht.

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BTR Ausgabe 1 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Herbert Cybulska

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