Ein großer Wurf
Shakespeare schrieb „Macbeth“ in einer Zeit, in der Theater wesentlich über das Wort wirkte. Sein Globe Theatre war so gebaut, dass das Publikum gut sehen, aber vor allem auch gut hören konnte, denn die Ränge waren so steil und nah um die Szenenfläche gebaut, dass keiner weiter als 20 Meter vor der Szene platziert wurde. Gute Sicht und gute Akustik sollte allen geboten werden, auch den sprichwörtlichen billigen Plätzen, die für einen Penny. Das Globe war ein Volkstheater.
Viele Shakespeare-Aufführungen heute leben ebenfalls noch stark vom Wort.
Salopp könnte man sagen, wenn die Texte in gute Schauspielerhände geraten und das Regieteam sein Handwerk versteht, stehen letztlich die Darstellenden in wechselnden Kulissen und bringen uns das Stück über den Text nah – Qualität hat der ja. In allen Übersetzungen, die ich kenne, fasziniert die Sprache. Heute wirkt sie für viele langatmig, umständlich, teils kompliziert in den Verästelungen, aber gleichzeitig auch kraft- und humorvoll, manchmal brutal offen. Geduld und Übung mit dem Formulieren und Folgen von Texten lässt heute allgemein nach. Wenn etwas zu notieren ist, wird schnell das Handy gezückt, um ein Foto zu machen. Im Englischen ...
Herbert Cybulska ist freischaffender Lichtgestalter und Fotograf sowie Inhaber eines Planungsbüros (http://herbertcybulska.com). Er arbeitet sowohl für freie Theater- und Musikproduktionen wie auch als Lichtplaner. Seit vielen Jahren ist er für die BTR Fachautor im Bereich Licht.
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BTR Ausgabe 1 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Herbert Cybulska
Unter der Regie von Andrea Pfaehler und Eduardo Torres wurde die Neuinszenierung 2020 erstmals vorgestellt und 2021 überarbeitet erneut zur Aufführung gebracht. Ganze neun Stunden versetzte das Stück die Zuschauer in das Leben mit dem Schatten, die Rolle des Mephisto war dabei auf vier verschiedene Aspekte fokussiert. „In unserem ‚Faust‘ gibt es den Mephisto...
Eines gleich vorweg: Die Künstlerin Ingeborg Lüscher war mir bislang kein Begriff gewesen. Ein erster Blick in die Wikipedia informiert über ihre Teilnahme an der documenta 5 und an den Biennalen 1999 und 2001 in Venedig. Der nächste Weg auf die Website von Ingeborg Lüscher macht mit einem umfassendes Œuvre der deutschschweizerischen Schauspielerin, Malerin,...
Die digitale Revolution hat die gestalterischen Möglichkeiten der Theaterbühnen um ein Vielfaches erweitert. Das gilt auch für visuelle Verwirrspiele zwischen Realität und optischen Täuschungen. In der BTR 4/2021 stellten wir die Anamorphosen des Architekten François Abelanet und der Szenografin Nadia Lauro vor, die statischer Natur sind, sodass ihr Effekt stark...
