Dem Spiel ganz nah

Seit einem Jahr sind die Theater, Opern- und Tanzhäuser fast durchgehend geschlossen – und haben sich darauf umgestellt, online zu senden. Als „neue Normalität“ lehnen die meisten Theatermenschen das ab: „Wir sind des Streamens müde“, dieser Stoßseufzer ist oft zu hören. Doch es gibt viel Zukunftsweisendes von einigen Bühnen zu berichten. Unsere Autorin hat sich die Arbeiten einiger Onlinepioniere an Theatern, Opernhäusern und der Freien Szene angesehen.

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Das Theater hängt an der physischen Kopräsenz und sehnt sich danach, zu ihr zurückzukehren, sein Publikum live zu treffen in dunklen Räumen, in denen Handys ausgeschaltet werden und die Konzentration einkanalig auf die Bühne gerichtet wird. Dabei ist in diesem pandemischen Streaming-Jahr durchaus einiges Neue, ja Zukunftsweisendes entstanden – und Onlinepioniere ernten die Früchte ihrer Arbeit. Die größte Entwicklung hat die Sprechtheater-Sparte durchgemacht – sie hatte vor der Pandemie am wenigsten über die Aufzeichnung und Ausstrahlung ihrer Produktionen nachgedacht.

Spätestens die zweite Welle der Pandemie zwang die Theater dazu, ihr Onlineangebot zu professionalisieren, und prompt stieg die Qualität.

Das Gros der Theater setzt auf aktuelle Produktionen und ersetzte Aufzeichnungen mit nur einer Kameraperspektive durch aufwendige Livestreams mit mindestens vier Kameras, so wie der zum Theatertreffen 2021 eingeladene „Zauberberg“ in der Regie von Sebastian Hartmann, der im November 2020 als Livestream Premiere in einem zuschauerlosen Deutschen Theater Berlin feierte. Die Theatertreffen-Jury traf ihre Auswahl für 2021 vor allem über Onlinesichtungen. „Im ersten Lockdown waren die ...

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BTR Ausgabe 2 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 46
von Sophie Diesselhorst

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