Beschallung in die richtige Richtung

Die Bregenzer Festspiele investierten in den vergangenen vier Jahren rund 3,5 Millionen Euro in die Erneuerung ihrer „Bregenz Open Acoustics“ (BOA) genannten Beschallungstechnik. Im Sommer 2022 wird die neue Anlage zum ersten Mal bei einer Neuproduktion zum Einsatz kommen. Einen technischen Überblick über die Herausforderungen und Reize dieses komplexen Apparates bietet der Leiter der Tonabteilung.

Die Bregenzer Festspiele sind seit 1946, als das Bühnenbild und das Orchester noch auf zwei Kieskähnen Platz fanden, stets darum bemüht gewesen, den Besucher:innen der Seebühne ein unvergessliches Musiktheatererlebnis unter freiem Himmel zu bescheren. In den zurückliegenden 75 Jahren wurden die Produktionen in allen Facetten immer aufwendiger und spektakulärer. Auch der Bereich der Tontechnik orientierte sich am Stand der aktuellen Technik, um für die wachsenden künstlerischen Anforderungen und die des Publikums gewappnet zu sein.

Um diesen (Hör-)Erwartungen gerecht zu werden, muss ein erheblicher technischer und künstlerischer Aufwand betrieben werden. Seit 2005 war BOA im Einsatz, ein einfacher Tausch der gealterten Komponenten gegen neue erschien aufgrund der großen Weiterentwicklungen in der Tontechnik, besonders in der DSP-Technologie, nicht zielführend. Daher wurde die gesamte Beschallungsanlage von Grund auf neu konzipiert und in mehreren Schritten errichtet. Erneuert wurden das Mischpultsystem, die Raumsimulation, die Surroundbeschallung, der Richtungsmischer und es wurde 2021 die Untersitzbeschallung eingeführt.

Ein akustischer Spagat
Die Rahmenbedingungen für die ...

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BTR Ausgabe 2 2022
Rubrik: Ton & Licht, Seite 22
von Clemens Wannemacher

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