Zürich: Die Wolkenmacher
Wehmütig flockt eine Melodie durch den verlassenen Raum. Sehr lang sei es her, verkündet der Refrain, «it is a very long time, a very long time ago». Was lange her ist, verkündet er nicht. Das müssen der stille Ort und seine merkwürdigen Menschen, die nach und nach und mit Teetassen bewaffnet auf die Bühne tröpfeln, schon selber erzählen.
Schau- und Werkplatz dieser freien Thom-Luz-Arbeit ist eine Fabrik für Nebelmaschinen.
Ihr Kernprodukt ist im Alltag verzichtbar, ihr Element von flüchtiger Substanz – was durchaus an Aki Kaurismäkis Streichholzfabrik erinnert, an die sich der Stücktitel anlehnt, «The Girl from the Fog Machine Factory».
Jenseits von Horror-Musicals und Edgar-Wallace-Krimis fristet die Nebelmaschine auf dem Theater eine eher randständige Existenz – stets im Verdacht, effektvoll darüber hinwegtäuschen zu wollen, dass die Regie kein klares Bild von ihrer Inszenierung hat. Aus ganz anderem Grund ist die Nebelmaschine bei Thom Luz auffallend häufig anzutreffen. Bei ihm ist das Schleierhafte, das schnell Verwehende, die fließende Stimmung zwischen Schönheit und Melancholie ein zentrales Gestaltungsprinzip.
Die Bühne jedenfalls gleicht einem Depot für Sammlerstücke ...
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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Stephan Reuter
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