Wenn ich mir was wünschen dürfte
CDU-Politprofi Bernd Neumann aus Bremen hat erreicht, was keinem seiner Vorgänger vergönnt war: eine zweite Spielzeit als Staatsminister für Kultur. Amtserfinder Michael Naumann setzte sich unter Kanzler Schröder schon nach zwei Jahren ab, seinem Nachfolger Julian Nida-Rümelin war nach ebenfalls zwei Jahren seine Professur wichtiger, und Christina Weiss musste 2005 nach dem Regierungswechsel weichen.
Bernd Neumann hat bisher weniger durch große Entwürfe als durch effizientes Administrieren überzeugt – nicht die schlechteste Voraussetzung für dieses Amt in finanziell angespannten Zeiten. Für das erste Heft im neuen Jahr haben wir ihn nach seinem größten Neujahrswunsch gefragt.
Vieles wünscht sich der Mensch, und doch bedarf er nur wenig» – dieser Vers aus Goethes «Hermann und Dorothea» mag als Leitspruch für den privaten Umgang mit Wünschen sehr heilsam sein. Würde man ihn allerdings in kulturpolitischen Diskussionen aufs Tapet bringen, wäre sofortiger Protest die absehbare Folge. Vieles wünschen sich die Kulturschaffenden, und etliches davon zu Recht, wie die bessere soziale Sicherung von Künstlern. Seine Erfüllung ist aus meiner Sicht eine Selbstverständlichkeit für eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine Inszenierung von Hebbels «Nibelungen»-Trilogie, die keine drei Stunden dauert, ist
selten. Die Fassung, die der österreichische Dramatiker und Regisseur Volker Schmidt für das Linzer Theater Phönix erstellt hat, ist aber nicht nur stark eingestrichen. Der Autor Schmidt hat Hebbels Verse zum Teil auch sprachlich bearbeitet, der Regisseur hat für das Stück ein...
«Ein Weltuntergang bleibt ein geschmackloses Ereignis», stellt der Prophet Jona fest, der von Gott nach Ninive geschickt wurde, um dem verkommenen Staat Assur eben diesen Untergang anzudrohen und ihn notfalls zu vollziehen. Zwischen 1986 und 1988 hat Peter Hacks seinen Fünfakter «Jona» verfasst, größtenteils in Blankversen; ähnlich den «Rittern der Tafelrunde» von...
An was ich mich an meisten erinnere, wenn wir «Onkel Wanja» spielen, das sind die Wiederaufnahmeproben vor genau einem Jahr im Haus der Berliner Festspiele. Über ein halbes Jahr hatten wir das Stück nicht gespielt, Gosch hatte gerade «Die Möwe» herausgebracht, und sein Gesundheitszustand war deutlich schlechter geworden. Mein Respekt, wieder vor seinen Augen zu...
