Die Rückkehr der vierten Wand
Der Schriftsteller und Alkoholiker Beverly Weston ordnet letzte Dinge. Bei Michael König schaukelt er dazu behaglich ein gut gefülltes Whiskyglas in den Händen, umschreitet mehrfach den zerschlissenen Ledersessel vor dem Kamin und wirft noch einen kopfschüttelnden Blick auf zwei, drei Manuskriptblätter, bevor er sie versonnen den Flammen opfert. Der jungen Indianerin Johnna, die er einstellen will, damit sie künftig den Haushalt führt, eröffnet er heiser orakelnd mit T. S. Eliot: «Das Leben ist sehr lang.
» Eine Szene später schon ist der Hausherr verschwunden, und die erwachsenen Töchter und ihre Familien versammeln sich im Elternhaus, um ihrer verlassenen Mutter Violet beizustehen. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr: Beverly hat sich das Leben genommen.
Berechenbare Überraschungen
Tracy Letts’ pulitzerpreisgekrönter Broadwayerfolg «August: Osage County», auf Deutsch meist übersetzt mit «Eine Familie», ist nun auch an der Wiener Burg und bei Alvis Hermanis angekommen. Ende 2008 hatte Burkhard C. Kosminiski in Mannheim die deutschsprachige Erstaufführung inszeniert; in dieser Spielzeit steht das Familiendrama gleich an mehreren Häusern auf dem Programm. Denn Letts Stück ...
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Die Legende erzählt, dass die ersten Dramaturgen ihre Büros in vergessenen Dachzimmern hatten. Wenn jemand im Theater mal eine Frage zum Text hatte, musste er sich durch lange Korridore und über Hintertreppen von Etage zu Etage durchfragen, um dann eine scheue Kreatur beinverknotet in alten Texten vertieft vorzufinden, die prompt Antwort wusste. Allerdings vergaß...
Das neoliberale Unternehmen Hamburg hat ein Imageproblem. Gerade glaubte sich Hamburg noch weitgehend ungestört bei der Realisierung von Elbphilharmonie-Großvisionen und überhaupt ganz vorn in Sachen Stadtentwicklungstraum, da kommt seitens der zwangsmitentwickelten Stadtbevölkerung tatsächlich Protest «in die Gänge» und behauptet sein «Recht auf Stadt». Seit...
In der Ausgabe Nr. 11, November 2009 von «Theater heute» ist auf Seite 1 ein Beitrag unter der Überschrift «Mann über Bord» enthalten mit unrichtigen Behauptungen.
1. Unzutreffend ist: Mit großer Herablassung gegen die Erfahrungen seiner Mitarbeiter erklärt Frey den Betrieb für «verkrustet» oder «eingefahren», die künstlerische Tradition des Theaters für «zu...
