Weizenfeld vor Waschmaschine

Die Workshop- und Veranstaltungsreihe «Engaged Scenographies» in Athen

Theater heute - Logo

Auf einer Probebühne des Athener Nationaltheaters sitzen ein Dutzend junger Frauen und ein Mann auf dem Boden, jede:r in einer Insel aus alten Familienfotos und ausgeschnittenen Bildern. Nach zwei fast therapeutischen Tagen autobiografischer Arbeit mit dem jungen albanischen Regisseur Mario Banushi und seinem Bühnenbildner Sotiris Melanos haben sich die Workshop-Teilnehmer:innen in den Auftrag vertieft, auf einem Bogen Papier ihre persönliche Erinnerungsbühne zu gestalten. Nach mehreren Stunden in konzentrierter Atmosphäre zeigen alle ihre Werke und erläutern sie knapp.

Eine Teilnehmerin hat sogar ein kleines Papierkino gebaut – die Erinnerung an einen Sommertag in Berlin zieht sie langsam als Fotostreifen durch ein weißes Fenster.

«Engaged Scenography» hieß die Workshop- und Veranstaltungs -reihe, die das Goethe-Institut Griechenland und das Institut Français d’Athènes gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Die griechische Metropole ist eine so traditionsreiche wie lebendige Theaterstadt, parallel zu «Engaged Scenographies» fand auch das sich über mehrere Wochen erstreckende internationale Athen Epidauros Festival statt, nun schon zum zweiten Mal in Verbindung mit dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2024
Rubrik: International, Seite 52
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
The future is feminist

Sie stakst als Schillers Elisabeth auf blauen Stilettos so sicher über die Bühne, als wären es Arbeitsstiefel – mit böse blitzenden Augen, immer bereit zur giftigen Attacke. Legt in «Ökozid» als Anwältin der Klägerstaaten eine solche Wutperformance hin, dass man ein bisschen Angst kriegt vor so viel freiradikal sich entfaltender Energie. Sie zeigt als Istanbuler...

Neue Wirklichkeit und Hoffnung

Einfach nur «glücklich und bedeutsam sein», meint Sie. Darauf Er: «Das wollen wir alle.» Allerdings. Aber die hehren Wünsche fügen sich nicht so einfach in zwei Zimmer auf 50 Quadratmetern «mit Klicklaminat und Linoleum -boden in der Küche, und jeder Schritt macht so ein schreckliches Plastikgeräusch». Damit ist bei Weitem noch nicht das ganze Problemfeld...

Sarah Kilter: Von Wunden und Wundern

Figuren:
Sie
Er
Hunzen

1

Er Ich kann nicht mehr.
Sie Wir können auch eine Pause machen.
Er Bei der Masturbation geht mir nie die Puste aus.
Sie Du kannst auch masturbieren.
Er Aber nur, wenn du wegguckst.
Sie Klar.
Er Nur weggucken, nicht wegdrehen. Pause. 
Er Ich kann nicht.
Sie Sollen wir uns was angucken?
Er Das Internet funktioniert doch nicht. Wann kommt denn...