Weizenfeld vor Waschmaschine
Auf einer Probebühne des Athener Nationaltheaters sitzen ein Dutzend junger Frauen und ein Mann auf dem Boden, jede:r in einer Insel aus alten Familienfotos und ausgeschnittenen Bildern. Nach zwei fast therapeutischen Tagen autobiografischer Arbeit mit dem jungen albanischen Regisseur Mario Banushi und seinem Bühnenbildner Sotiris Melanos haben sich die Workshop-Teilnehmer:innen in den Auftrag vertieft, auf einem Bogen Papier ihre persönliche Erinnerungsbühne zu gestalten. Nach mehreren Stunden in konzentrierter Atmosphäre zeigen alle ihre Werke und erläutern sie knapp.
Eine Teilnehmerin hat sogar ein kleines Papierkino gebaut – die Erinnerung an einen Sommertag in Berlin zieht sie langsam als Fotostreifen durch ein weißes Fenster.
«Engaged Scenography» hieß die Workshop- und Veranstaltungs -reihe, die das Goethe-Institut Griechenland und das Institut Français d’Athènes gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Die griechische Metropole ist eine so traditionsreiche wie lebendige Theaterstadt, parallel zu «Engaged Scenographies» fand auch das sich über mehrere Wochen erstreckende internationale Athen Epidauros Festival statt, nun schon zum zweiten Mal in Verbindung mit dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2024
Rubrik: International, Seite 52
von Eva Behrendt
«Der Reisende» zu lesen, fühlt sich an, wie langsam in einen Abgrund gezogen zu werden – vorbei an fröhlich winkenden Menschen. Ulrich Alexander Boschwitz, 23 Jahre alt und selbst im Herbst 1938 schon im Exil irgendwo zwischen Luxemburg und Belgien, hat den Roman in nur wenigen Wochen geschrieben. Er ist eine Reaktion auf die Novemberpogrome.
Die erzwungene Reise...
und schlägt, schlägt «scheiße» schreiend, da die türe zu, die raus führt ins foyer. und hört man durch die tür, von draußen hört man noch den unmut des besuchers, dem das geschehen da im bühnenraum so wenig ruhe ließ, dass er nicht anders konnte, als den saal dann zu verlassen. nicht ohne es, das publikum, und die akteurInnen da oben auf der bühne seinen unmut über...
Drei Mal steigt der junge Mann die Marmortreppe hinunter, jeder Schritt von Hall begleitet. Drei Mal steht er am Fuß der Treppe im runden Becken eines Brunnens. Drei Mal nähern sich ihm aus der Tiefe des Raumes, der das großbürgerliche Entrée einer Jugendstil-Villa vorstellt, zwei sich vollkommen synchron bewegende Männer. Drei Mal stürzt der junge Mann vor dem...
