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Die Schriftstellerin Kathrin Röggla denkt über Wissen und Wissensvermittlung nach – aus Anlass des «Schwarzmarkts für nützliches und nicht-nützliches Wissen» im Berliner HAU

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Wir waren schlecht, würde ich sagen. zumindest an jenem freitag abend im november. wenig wurde aus ihm gemacht von unserer seite. ein braves publikum, das eher eindimensionalen vorstellungen von wissensvermittlung folgte. ein braves publikum, das dem vermeintlichen expertenwissen zu folgen schien, wohin es einen auch führte. wenig widerspruch. wenig infragestellung. zumindest hörte es sich so an, zumindest sah es so aus. doch was war zu sehen? ein köstliches bild: menschen, die sich aufeinander einrichten.

mehrere reihen sich abstimmender körperhaltungen, gesten und lautstärken, das getöse von zig angestrengten unterhaltungen füllt den raum, passend zu dem, was auf dem plakat schon ein wenig nach speeddating aussah. an fünf tischreihen saß man sich gegenüber und gab den vereinbarungen allzusehr nach, die man getroffen hatte. die experten auf der einen seite, die fragenden, informationssuchenden auf der anderen. 

doch hatten wir fragen? im extra dafür eingerichteten schwarzradio, das eine auswahl der gespräche ins theaterhaus übertrug, hörte es sich nicht wirklich danach an. weder gespräch noch interview waren zu hören, eher die simulation davon, wenn es nicht einfach zu einer art ...

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Theater heute Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Kathrin Röggla

Vergriffen
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