Totentanz und Horrorshow

Sebastian Nübling und Boris Nikitin veranstalten mit «Dämonen» eine Tour durchs nächtliche Basel, Sahar Rahimi entlarvt in der Uraufführung von Anne Haugs «MILF» das Klischeebild der lieben Familie

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Sie sind 12 Sekunden voraus. So lange dauert es, bis das Signal unterm Atlantik, in den amerikanischen Serverpark geleitet, wieder zurückgeschickt wird und per Internet auf der großen Leinwand im Schauspielhaus Basel landet. Kaum hat Elif Karci das klargemacht, geht sie forschen Schrittes aus dem Theater, die Kamera hinter ihr her. Es wird drei Stunden und 35 Minuten dauern, bis sie wieder zurück ist.

In dieser Zeit jagt sie mit einer Gruppe junger Schauspieler durch die Stadt, über den Bahnsteig, zum Bahnhof, über die Rheinbrücke nach Kleinbasel, über eine andere Brücke zurück, in die Altstadt und schließlich zur Paulus-Kirche, um am Ende wieder im Schauspielhaus zu landen. Immer gefolgt von der Kamera, die Bilder auf die Leinwand sendet. 

Es ist eine Parforcetour für sieben Schauspieler:innen – vier aktuelle Mitglieder der Jungen Bühne Basel, mit Sven Schelker und Julian Anatol Schneider zwei ehemalige, die jetzt zum Ensemble des Schauspielhauses gehören, und Dominic Hartmann, der schon mehrfach mit Nübling arbeitete. Es ist eine Gruppe voller Ener -gie, die etwas mitzuteilen hat. Es geht um Leben und Tod, Schmerz und Verlust, um die Realität, ihre Wahrnehmung, um Erinnerungen, ...

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Theater heute 7 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Valeria Heintges

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