Struktur oder Mensch?

Ewe Benbeneks «Juices», uraufgeführt in Mannheim, erzählt von zwei Perspektiven auf Europa (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei)

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Wie davon erzählen, vom vermeintlichen Ankommen als Arbeitsmigrant:innen-Kind im bundesdeutschen Wohlstandswesten? Vom sich Heraufschwingen in den Kronleuchter der Wunschexistenz, die doch immer gefährdet und prekär bleibt? Von den Erinnerungen an die dauergestresste Mutter, die von Niedriglohnjob zu Niedriglohnjob hetzen musste, nie Zeit für sich hatte, das Kind während der Putzschichten im Großraumbüro irgendwo mit einem Malblock geparkt? Von den Deutschen, die dort durch sie hindurchgesehen haben? Von den Schwierigkeiten, mit dieser Mutter heute überhaupt zu sprechen, wenn sich so

viele Erfahrungen, Entfremdungen und eine neue Sprache dazwischengeschoben haben? Von den Erwartungen, die nicht enttäuscht werden dürfen? Wie davon erzählen, wenn man keinen Leidenskitsch verbreiten will, nicht in die Klassismusklischees rutschen will, keinen «Working-Class-Erinnerungsporn» schreiben will?

Ewe Benbenek weiß als Autorin und Literaturwissenschaftlerin viel zu viel über sich, ihre Herkunft, die Welt und das Schreiben, um sich mit einem vermeintlich authentischen autofiktionalen Text zu begnügen. In den 1990ern in der niedersächsischen Provinz aufgewachsen, wohin es ihre Eltern aus Polen ...

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Theater heute Oktober 2023
Rubrik: Das Stück, Seite 56
von Franz Wille

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