Spiel mit tausend Masken

Lies Pauwels «Love Boulevard» am Berliner Ensemble

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Lies Pauwels Stück über Sexarbeit «Love Boulevard» beginnt vielversprechend. Nach kurzer Einstimmung auf einen Abend, der weder «der Unterhaltung» noch «dem Trost» dienen soll (warum eigentlich nicht?), betritt Josefin Platt im roten Abendkleid die Seitenbühne des BE und hält einen Monolog über das Älterwerden mit einem Satz, der so schön ist, dass man ihn sich am liebsten tätowieren würde: «Ich glaube, ich liege unter lauten verliebten Blumen.

» Doch alles, was folgt, fällt dahinter zurück, was auch daran liegen mag, dass man sich bei der Zusammenarbeit von Schauspielerinnen und Sexarbeiter:innen, wie sie die belgische Regisseurin initiiert hat, mehr wahrhaftige Einblicke in eine Branche erhofft hat, die ja trotz aller Enttabuisierungsversuche immer noch schwer zu greifen ist. Doch stattdessen erlebt man in der zweistündigen Aufführung vor allem eine Aneinanderreihung hübsch bebilderter Klischees.

Der erzählerische Rahmen ist eine niedrigschwellige Nummernrevue, die beim Betreten eines Bordells beginnt und beim sexuellen Höhepunkt endet. Das Bühnenbild besteht aus einer Tribüne, einer Gogo-Stange und Stand -mikros. Die sieben Performer:innen geben die Dienstleisterinnen, das ...

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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Anna Fastabend

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