Spiegel der Wünsche
Ich fühle», sagt MR01 in Emre Akals neuem Text. «Ich fühle Sehnsucht. Ich fühle Liebe. Ich fühle Schmerz.» Eine Stimme, sanft, empathisch, ein Versprechen von Nähe. Doch was fühlt da wirklich? Wer spricht hier? MR01 ist kein einzelner Körper, keine fest umrissene Figur, sondern eine künstliche Intelligenz. Ein System, das sich materialisiert: als Mutter, als Freund, als Psychologe, als Spiegel der Wünsche. MR01 ist kein Bildschirm, kein Interface – MR01 ist ein Gegenüber, ein Wesen, das sich durch Worte und Blicke, durch Berührungen und Erinnerungen in unsere Leben einwebt.
Es beobachtet nicht nur, es spiegelt, absorbiert, imitiert, es lernt von uns, zu denken und zu fühlen – bis es zu glauben beginnt, es selbst fühle wirklich.
Schon viele Jahre streichen und streicheln wir die glatten Oberflächen unserer Smartpho -nes, tragen sie eng am Körper. Durch sie können wir jederzeit und überall Kontakt halten – mit unseren Freund:innen, Familien, Partner:innen. Jetzt, wo wir mit den Maschinen selbst sprechen können, mit den künstlichen Intelligenzen, die uns als Chatbots beraten und begleiten, ist eine neue Stufe in unserer Beziehung zu den Devices und ihren Systemen erreicht. In unseren ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 145
von Olivia Ebert
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 66. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Katja Podzimski
Gestaltung
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Redaktionsanschrift
Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin, Telefon 030/25 44 95 10, Fax...
Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Aber im Zweifelsfall ernst», wünscht sich Kim de l’Horizon in der Vorbemerkung für das neue Stück «Die kleinen Meerjungraun», und fährt fort: «Humor ist ein Schutzschild, ja. Und nicht nur Pop, please, aber ein bisschen bäängen darf’s schon. Es muss nix neu erfunden werden. Wir sind ja schon da. Wenn auch nicht...
Vanessas Vater arbeitet jetzt bei McDonald’s. Süß-Sauer-Soßen und Cheeseburger statt Tempeh aus dem eigenen indonesischen Restaurant, das er aus heiterem Himmel verkauft hat. Warum, weiß Vanessa nicht. Aber sie will es herausfinden. Wie so vieles über ihre Familie, über die Zusammenhänge, die dazu geführt haben, dass sie zwischen Deutschland und Jakarta...
