Schmierige Typen
Wie gehen wir mit Vorwürfen um, für die es keine eindeutigen Beweise gibt? Hat sich die Skepsis erst einmal festgesetzt, wird man sie so schnell nicht mehr los. Dann heißt es: im Zweifel für den Angeklagten. Denn wo nicht Recht vor Gerechtigkeit waltet, öffnen sich Tür und Tor der Barbarei. Doch was bedeutet das für die potenziellen Opfer? Auf welche Säulen können sie sich stützen, wenn die Tat nie bewiesen werden kann?
Mister Taylor droht die Todesstrafe. Mit den Worten «Ladies first» soll er seine Frau von einer Klippe gestürzt haben.
Eine abscheuliche Tat, die für die zwölf Geschworenen, die über sie richten sollen, im Rahmen des Möglichen zu liegen scheint. Seit mehr als drei Tagen sitzen sie schon im Gerichtssaal. Doch dann bricht plötzlich der Geschworene Mister Smith zusammen und bringt das bis dahin einhellige Schuldurteil langsam ins Wanken.
Mit dem «Ende einer Verhandlung» bringt Regisseur Frank Behnke zur Spielzeiteröffnung des Staatsschauspiels Meiningen das gleichnami -ge Stück von Anna Gmeyner zur Uraufführung – und reiht sich damit ein in die neuerliche Wiederentdeckung der österreichisch-jüdischen Autorin im deutschsprachigen Theater. Ein Text, der vermutlich in ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Anna Hoffmeister
Man muss ein wenig ausholen: Am 25. September, dem Vorabend der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Thüringer Landtags, veröffentlicht Björn Höcke auf der Social-Media-Plattform X den Post «Demokratiedämmerung». Darin klärt der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag und Landessprecher der AfD Thüringen seine 144.323 Follower auf, «wie die...
Hinter den drei steinernen Art-Deco-Torbögen des Leipziger Grassi-Museums wartet das geheimnisvolle Transsylvanien mit dem dunklen Fürsten Nosferatu. Das Schauspiel Leipzig nutzt den Hof des Museums für einen Ausflug in einen Horrorklassiker, inszeniert von Katharina Ramser, die mit dem «Nosferatu» zugleich ihre erste Arbeit am Leipziger Theater zeigt.
Die Fassung...
Wer die Hoffnung hegt, dass Frauen die besseren Menschen sind, insbesondere sich feministisch lesende, gut gebildete, diverse, postmigrantische, nachhaltig lebende, einander zugewandte Mittelschichtsfrauen im gerne auch besserverdienenden Hauptstadt-Umfeld, könnte enttäuscht werden. Das neue Stück von Golda Barton, einem Pseudonym aus dem Umfeld der Schauspielerin,...
