Schmierige Typen
Wie gehen wir mit Vorwürfen um, für die es keine eindeutigen Beweise gibt? Hat sich die Skepsis erst einmal festgesetzt, wird man sie so schnell nicht mehr los. Dann heißt es: im Zweifel für den Angeklagten. Denn wo nicht Recht vor Gerechtigkeit waltet, öffnen sich Tür und Tor der Barbarei. Doch was bedeutet das für die potenziellen Opfer? Auf welche Säulen können sie sich stützen, wenn die Tat nie bewiesen werden kann?
Mister Taylor droht die Todesstrafe. Mit den Worten «Ladies first» soll er seine Frau von einer Klippe gestürzt haben.
Eine abscheuliche Tat, die für die zwölf Geschworenen, die über sie richten sollen, im Rahmen des Möglichen zu liegen scheint. Seit mehr als drei Tagen sitzen sie schon im Gerichtssaal. Doch dann bricht plötzlich der Geschworene Mister Smith zusammen und bringt das bis dahin einhellige Schuldurteil langsam ins Wanken.
Mit dem «Ende einer Verhandlung» bringt Regisseur Frank Behnke zur Spielzeiteröffnung des Staatsschauspiels Meiningen das gleichnami -ge Stück von Anna Gmeyner zur Uraufführung – und reiht sich damit ein in die neuerliche Wiederentdeckung der österreichisch-jüdischen Autorin im deutschsprachigen Theater. Ein Text, der vermutlich in ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Anna Hoffmeister
Gegensätzlicher könnten die Saisoneröffnungen an den beiden großen Hauptstadtbühnen in diesem Herbst kaum ausfallen: «Stille» ist das erste Wort von Anja Schneider, als sie im «Schiff der Träume» am Deutschen Theater anhebt, vom Untergang der k.u.k-Epoche zu erzählen – vom Schiffbruch einer Opernund Arien-Hochglanzkultur, die sich aus aristokratischem Habitus und...
Stressfrei ist Stefan Bachmanns Start an der Burg nicht über die Bühne gegangen. Einige der ersten Premieren seiner Direktion waren vom Pech verfolgt. Für den Eröffnungs-«Hamlet» (TH 10/2024) hatte der angekündigte Star, Ifflandring-Träger Jens Harzer, schon vor dem Sommer abgesagt. Zum Premierenapplaus kam Regisseurin Karin Henkel dann auch noch mit Beinschiene...
Für ihren Bestseller «My Year of Rest and Relaxation» (2018) hat die amerikanische Schriftstellerin Ottessa Moshfegh eine Figur geschaffen, die es in Sachen Passivität mit dem berühmten russischen Romanhelden Oblomow aufnehmen kann. Wie dieser würde sich auch Moshfeghs namenlose Ich-Erzählerin am liebsten nur in ihrem Bett aufhalten. Die junge, attraktive,...
