Drei Mal Leben

Das Gestern im Heute in West und Ost: Golda Bartons «Datscha», Robert Lepages «Glaube, Geld, Krieg und Liebe» und Thomas Freyers «Dumme Jahre» in den Berliner Sophiensaelen, der Schaubühne und am Weimarer Nationaltheater

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Wer die Hoffnung hegt, dass Frauen die besseren Menschen sind, insbesondere sich feministisch lesende, gut gebildete, diverse, postmigrantische, nachhaltig lebende, einander zugewandte Mittelschichtsfrauen im gerne auch besserverdienenden Hauptstadt-Umfeld, könnte enttäuscht werden. Das neue Stück von Golda Barton, einem Pseudonym aus dem Umfeld der Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin Isabelle Redfern, räumt in dieser Hinsicht mit allen Illusionen auf.

Bartons Vorgängerstück «Sistas!» hatte drei Schwarze Schwestern sehr frei nach Tschechows modernem Klassiker in Westberlin verortet, wo sie zwar identitätspolitisch diskursfit brillieren, nur leider darüber die Eigenbedarfskündigung ihrer großzügigen Altbauwohnung übersehen. Der Nachfolger «Datscha» leiht sich die Überschreibungsfolie bei Gorkis «Sommergästen» aus, einer immergrünen Steilvorlage für wohlstandsmürbe gewordene Bürgerlichkeit, egal ob mit Geld oder ohne.

Sie treffen sich zum Wochenende in einer Datscha im Berliner Umland, heißen Cathrin (Peggy Bachmann), Kelly (Trang Le Hong), Leeta (Diana Marie Müller), Mardja (Isabelle Redfern) und Julia (Sylvana Seddig), haben gerne Medizin oder etwas Kulturwissenschaftliches ...

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Theater heute November 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Franz Wille

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