Schiffbruch mit Zuschauern

Roland Schimmelpfennig «Das große Feuer»

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Ein wolkenloser Tag im Mai. Ein Frühlingstag. Ein Junge, keine sechs Jahre alt, läuft entlang eines Baches den Vögeln hinterher. Der Bach teilt Hügel und Felder. Auf der einen Seite wächst Wein, auf der anderen weiden Kühe, Pferde und Schafe. Zwei Dörfer liegen an diesem Bach, «aneinandergeschmiegt wie Zwillinge im Bauch der Mutter». Und der Legende nach waren die ersten Menschen, die sich hier angesiedelt haben, zwei Brüder.

Auf jeder Seite wohnen Menschen, gibt es Bauernhäuser, Gehöfte, eine Bäckerei und jeweils einen Dorfplatz mit einer eigenen Kirche und einer eigenen Wirtschaft. Den «Roten Ochsen» hier und die «Schwarze Traube» dort. Nur der Glockenschlag der beiden Kirchen ist leicht zeitversetzt – «als ob es gleichzeitig zwei Zeiten geben könnte». Und jeden Sonntag sitzt man im Wirtshaus zusammen beim Bier, mal im «Roten Ochsen» oder drüben in der «Schwarzen Traube». Doch dann bricht ein Streit aus. Wie aus heiterem Himmel. Ein Weinfass zerbricht, und der wütende Viehwirt jagt den Winzer, mit dem er seit Kindertagen befreundet ist, über die Brücke auf die andere Seite des Baches. Und während die Erwachsenen streiten, ist der spielende Junge im Bach ertrunken.

 

Der Sommer ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Ingoh Brux

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