Laura Naumann; Foto: Paula Reissig

Rosas Rolle

Laura Naumann: «Das hässliche Universum»

Auf der ersten Seite birgt dieser Text gleich ein poetisches Rätsel: «Das hässliche Universum». Kann das Universum häss­lich sein? Oder wessen «Universum» wird hier gebasht? Sprechende, fast singende Titel tragen Laura Naumanns Werke, wie «demut vor deinen taten baby», «Manchmal hat die Liebe regiert und manchmal einfach niemand» oder «Zwischen den Dingen sind wir sicher». Die Titel der 1989 in Leipzig geborenen Autorin klingen eher wie Popsongs als wie Theatertexte.

«Das hässliche Universum», das Laura Naumann im Auftrag des Schauspiel Frankfurt für den Beginn der Intendanz Anselm Weber geschrieben hat, ist formal freier und experimentierfreudiger als ihre bisherigen Texte. Naumann, die nicht nur Autorin ist, war bis 2014 Mitglied bei machina eX und ist Teil des Autorinnen- und Performer­innenkollektivs Henrike Iglesias. In deren Selbstdarstellung heißt es: «Ihr theatrales Einsatzgebiet erstreckt sich von Pop bis Politik, über Persön­liches zurück zum Populären. Sie begreifen popkulturelle und massenmediale Phänomene als Spiegel gesellschaftlicher Zu- und Missstände. Sie treten zudem gern als feminist killjoys, lazer majors und Internetuserinnen auf.» Feminismus, digitale Welt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 174
von Ursula Thinnes

Weitere Beiträge
Der ideale Staat

Die offenen Gesellschaften mit ihren liberalen Demokratien haben es derzeit nicht leicht. Überall sprießen neue Nationalismen, schließen sich Grenzen, blüht latente bis unverstellte Fremdenfeindlichkeit. Und die freie Marktwirtschaft bereitet ebenfalls schlaflose Nächte: Neoliberalismus und Globalisierung sorgen für gnadenlose Konkurrenzgesellschaften, soziale...

Deutschsprachige Erstaufführungen 2017/18

A
Ayad Akhtar

Junk. The Golden Age of Debt
(Deutsches Schaupielhaus Hamburg)
Mudar Alhaggi
Deine Liebe ist Feuer
(Theater Krefeld/Mönchengladbach)

B
Alexandra Badea

Extremophil (Volkstheater Wien)
Richard Bean
Wunderbares Europa (Landestheater Schwaben)
Utopia (Turbine Theater Langnau am Albis)
Alistair Beaton
Abgefrackt! (Staatstheater Nürnberg)
Magne van den Berg
Das lange...

Erfolg im feindlichen System

Es reden: ein Kabinettsleiter, eine Forscherin, ein Soldat, alle noch relativ jung. Die Menschen, mit denen die drei Figuren aus Alexandra Badeas neuem Stück «Extremophil» in Dialog treten, sind sie selber: Sie sagen Du zu sich. Vielleicht, weil von sich zu sprechen voraussetzen würde, dass sie eins wären mit sich (was sie definitiv nicht sind). Vielleicht, weil...