Ravenhills Patenkinder
Krakau hat ähnlich viele Theater und Theaterchen wie Kirchen und Kapellen – und das will was heißen. Krakau hat aber auch – trotz Tadeusz Kantor und alledem – den Ruf einer kulturell konservativen Stadt; das Neue erwartet man eher aus Warschau oder Danzig. Beständigkeit ist eben ein unübersehbarer Wert zwischen jahrhundertealten Bürgerhäusern, der majestätischen Wawel-Burg und den Resten einer mittelalterlichen Stadtmauer.
So gesehen markiert das Krakowskie Reminiscencje Teatralne als Festival zeitgenössischer Theaterformen einen nicht unwichtigen Kontrapunkt zur deutlich auf Repräsentation angelegten traditionsreichen Theaterlandschaft der Stadt. Und steht gleichzeitig längst selbst für eine alles andere als selbstverständliche Beständigkeit: Seit dreißig Jahren bereits finden die «theatralischen Reminiszenzen» statt, die einst aus dem Geist des Studententheaters entstanden.
Politische Veränderungen der Jahre haben sich immer im Festivalprogramm gespiegelt – mal mehr als Opposition, mal mehr als Anpassung, oft im leidenschaftlichen Konflikt mit der Zensur, wie sich der Regisseur und langjährige Festivalmacher Krzysztof Lipski erinnert: Manchmal waren die Gruppen schon auf dem Weg ...
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Es sei durchaus die etwas altmodische Galanterie, die es in dem und um den ganzen Betrieb trotz allem immer noch gebe: «... da halten die Männer den Frauen noch die Türen auf», sagt Miriam Wagner, wenn man sie fragt, was das Theater für sie so anziehend mache. Und wie aufs Stichwort stellt die Kellnerin in der kleinen spanischen Kneipe in der Erlanger Altstadt ein...
Wenn im Theater der Vorhang hochgeht, hat das normalerweise nichts zu bedeuten. Hier ist es ein Zeichen, das Hoffnung machen soll: «Es geht wieder aufwärts!» Sagt Regisseur Schorsch Kamerun, der als «Schuldenberg-Moderator» höchstpersönlich durch seine Inszenierung von Kathrin Rögglas neuem Theatertext «draußen tobt die dunkelziffer» im Wiener Volkstheater (eine...
Berlin hat ihr kein Glück gebracht: im Theater. Da hatte Bernd Wilms für den Neustart am Deutschen Theater unter anderem Anika Mauer aus Bremen weg engagiert: ein Missverständnis, allerbestenfalls. Zuvor umschwärmt und von allen und jedem im Bremer Haus gepflegt als existenzielle, hingebungsvolle Protagonistin für Konstanze Lauterbach und Thomas Bischoff, als...
