Rasender Stillstand

nach Thomas Mann «Der Zauberberg» am Deutschen Nationaltheater Weimar

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Alles an Thomas Manns «Zauberberg» scheint sich gegen die Bühne zu sträuben, ist doch das Ziel des viele hundert Seiten langen Romans die Übersetzung eines aus den Fugen geratenen Zeitgefühls in Prosa. Trotzdem oder gerade deshalb schafft es dieser Romanklassiker immer wieder auf deutschsprachige Bühnen – kompakt nacherzählt wie im vergangenen Jahr bei Bastian Kraft an der Wiener Burg oder auch, wie bei Sebastian Hartmanns Inszenierung von 2021, reduziert auf den Fiebertraum, den Protagonist Hans Castorp bei einer Wanderung im Schneesturm heimsucht.

In Weimar hat sich nun Regisseur Christian Weise dieser Abschlussgedanken des langen 19. Jahrhunderts angenommen und einen ganz eigenen Zugang gefunden. Die «Buddenbrooks» hatte er im letzten Jahr bereits in vier schmackhafte Teile zerlegt, mit viel Live-Musik der Weimarer Philharmonie, klarem Fokus auf die Protagonisten und dem Einsatz von viel Live-Video. Dieses Mal gibt es es kein Video, aber eine Art Kammerorchester (oder muss man es eine Band nennen?) der Philharmonie ist hinter dem Bühnenbild versteckt auch wieder dabei. Bühnenbildnerin Nina Peller hat als ersten Eindruck das Setting einer Boulevardkömodie auf die Bühne ...

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Theater heute August/September 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Torben Ibs

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