Radikale Kehrtwende

Amelie Deuflhard will Standards für transnationalen künstlerischen Austausch definieren

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Wir fliegen nicht oder kaum mehr. Kurator:innen als Jetsets der Kunstszene haben ausgedient. Wir optimieren unsere Reisen, halten Besprechungen meist per Zoom ab und achten auf unsere persönliche CO2-Bilanz. Der ICE, der TGV oder der Girundo sind zu unseren ruhigsten Büroräumen geworden. Der Speisewagen serviert inzwischen auch vegane Kost. Mein Lieblingsessen: Planted Chicken Paprika Zitrone. Im Schlafwagen produziert das kontinuierliche Rütteln einen leichten, aber sanften Schlaf.

Interkontinentalflüge machen sich nicht gut in der persönlichen Klimabilanz, braucht man sie? Diese Frage wird entweder kontrovers diskutiert oder eher unter der Decke gehalten. Eine Generation junger Klimaaktivist: -innen lehnt das Fliegen vollständig ab. Eine kleine, wenn auch wachsende Zahl von Künstler:innen sehen das genauso. Während Theater, internationale Produktionshäuser und Festivals zaghaft beginnen daran zu arbeiten, Klima -standards zu setzen (keine Flugreisen bei Strecken unterhalb von 800 km, keine Exklusiveinladung von Produktionen, bei denen interkontinental gereist werden muss, leicht transportierbare und nachhaltig produzierte Bühnenbilder), bewegen sich die Forderungen von ...

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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 54
von Amelie Deuflhard

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Meine persönliche CO2-Klimabilanz ist eigentlich ziemlich gut: Ich fliege fast nie, fahre seit Jahren bei Wind und Wetter mit dem Rad zum Theater und unternehme alle Dienstreisen mit der Bahn. Unser Vier-Personen-Haushalt hat inzwischen einen Energieverbrauch eines durchschnitt -lichen Ein-Personen-Haushalts, unsere Lebensmittel sind größtenteils «Bio». So weit, so...