Neun aus 45

Das Münchner Volkstheater sucht bei «radikal jung» wieder junges Regietheater

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Wer oder was jung ist, lässt sich ja noch einigermaßen bestimmen: Eine 1991 geborene Regisseurin ist es, ein fast 70-jähriger Ex-Theaterkritiker und Juror sicherlich nicht mehr. Wo aber fängt Radikalität an, und wo überschreitet sie ihre Grenzen? Der Duden bietet als Synonyme für radikal eine ganze Latte von Beispielen: hart, rabiat, rigoros, unnachgiebig, abgebrüht, kaltschnäuzig, ohne Rücksicht auf Verluste, roh, rücksichtslos, extrem ...

Zwei Schauspieler, die sich über das Angeln lustig machen und zwei Stunden lang ziemlich doofe und manchmal lustige Witze reißen, dürften es nach diesen Definitionen nicht sein; zu der szenischen Auseinandersetzung mit dem Sterben, während der ein Fächer mit dem Geruch eines Zimmers, in dem seit Monaten eine Leiche lag, im Publikum herumgereicht wird, passt aber so ziemlich jedes Eigenschaftswort, das das Wörterbuch anbietet.

Beliebig bestückt

Man merkt schon: Das Münchner Theaterfestival, das sich vor 16 Jahren mit «radikal jung» selber einen programmatischen Namen gab, hat es nicht leicht. Der Titel ist ebenso einengend, wie er weitläufig und großzügig zu handhaben ist. Und so kommen einem die Programme auch stets ein wenig beliebig bestückt ...

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Theater heute Juni 2017
Rubrik: Festivals, Seite 52
von Bernd Noack

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