Overbehutsamkeit
Es braucht ein besonderes Publikum, damit man solche Dinge veranstalten kann! Ivo Dimchev, ein Veteran des HAU, steuert zum Festival «Love is a Verb» ein musikalisches Best-of bei: «Hell / Top 40» mit urkomischen, anzüglichen, vor Sex strotzenden Songs aus seinem breiten Oeuvre (mit dem er es auf Spotify auf mehrere hunderttausend Zugriffe bringt).
Und weil die Songs allein vielleicht nicht abendfüllend wären, zumindest nicht in einem Schauspielhaus, bittet Dimchev immer wieder Zuschauer:innen auf die Bühne.
Die sollen ihn mit kleinen Ad-hoc-Choreografien unterstützen: Bitte ein paar Heteros als Background-Chor! Bitte ein paar Homos für Yoga-Übungen an der Seite! Zum Finale werden zwei Wildfremde gecastet, die sich nackig machen und für je 150 Euro ausgelobte Gage miteinander ein Sexspiel performen (vorgetäuscht).
Das Verrückte: Alles gelingt! Alle machen mit! Weil die freie Theaterszene eben ihr ganz eigenes Publikum hat. Da sitzen im Saal zuhauf Künstler:innen dabei, und wer nicht selbst Profi ist, der besitzt mindestens eine gehörige Portion Glamour und Heißhunger auf Rampenlicht.
Herumlungern im Liebesschiff
Als «Festival über Beziehungsweisen» betitelte HAU-Dramaturgin Petra ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Christian Rakow
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