Nürnberg: Ehrliche Worte
Einmal mehr am Ende eines Theaterabends die Frage, ob denn nun wirklich jeder Roman auch auf die Bühne gebracht werden muss, ob es da nicht eine ganz bewusst gesetzte Grenze zwischen der gekonnt komponierten Prosa und dem erzählenden Theater gibt und geben sollte. In diesem Fall geht es um das viel beachtete und wegen seiner komplizierten Verschränkung verschiedener Wahrnehmungsmöglichkeiten gelobte Werk «Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens» von Roman Ehrlich.
Die Kunst des Autors Ehrlich erweist sich schon allein darin, dass er seinem zugegeben reißerischen Titel eine sehr ernüchternde Analyse unserer Gesellschaft folgen lässt: Die Angst, mit der er sprachlich und gedanklich spielt, hat nichts mit blutrünstigem Horror auf der Leinwand zu tun, ist vielmehr ein beunruhigendes Phänomen des Alltags. Es geht um die Furcht vor sich selber, davor, nicht bestehen zu können, zu versagen und den Ansprüchen der Gemeinschaft nicht zu genügen. Ehrlich beschreibt die Versuche ganz unterschiedlicher Figuren, «in sich selbst hineinzuhören und diese Ängste irgendwie zu vermitteln und anderen verstehbar zu machen». Dass da aus Banalitäten oft unbeherrschbare Monstren werden, ist ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Bernd Noack
Bis zuletzt gab es Ärger mit der Technik und den Genehmigungen. Was gibt es schließlich zu sehen von der legendenumrankten «DAU»-Film-Performance um Regisseur Ilya Khrzhanovsky, die in Berliner so spektakulär gescheitert ist? Ein Besuch in Paris
Es ist einer der größten Tanker im europäischen Festivalgeschäft, allerdings gerade schwer angeschlagen: Die Wiener...
Vermutlich wäre er heute ein pickeliger Gamer, der seine Heldentaten bei «World of Warcraft» filmt, kommentiert und auf YouTube hochlädt. Auch Troll- und Piraten-FunPics auf Snapchat und Instagram könnten ihm bei der Verbreitung seiner fantastischen Hochstapler-Storys helfen. Keine Frage: Das Hobby des jungen Peer Gynt, sich eine aufregendere Identität auszumalen...
Es ist ein Jammer, dass bewundernswerte Bühnendarsteller und -darstellerinnen mit zunehmendem Alter keine nennenswerten Aufgaben im Theater mehr übernehmen oder erhalten, um dann eine unerwartete Popularität mit Fernsehserienkitschrollen zu erleben – wie etwa Christiane Hörbiger oder Ulrich Pleitgen. Und so endete die Karriere der zu DDR-Zeiten gefeierten und jetzt...
