Bang, bang, bang
Manchmal holt das Theater die Wirklichkeit nonchalant ein. Während draußen über Ölund Kerosinkrise diskutiert wird, ragt ein riesiger Flugzeugflügel auf die Studiobühne im Theaterhaus Jena. Mona Louisa-Melinka Hempel, Thato Kämmerer, Jonathan Perleth und Matondo Castlo spielen, springen und tanzen auf dem und um das von Marie Alice Bahra erdachte Flügelszenario herum. Sie sollen mit dem Stück ja auch 9600 km überbrücken, da ist so ein halbes Flugzeug natürlich das Mindeste.
Die Strecke ergibt sich aus der Distanz Kapstadt – Berlin, wo die beiden Autorinnen dieser Uraufführung ihren jeweiligen Lebensmittelpunkt haben. Der eingängige Titel der Kooperation: «This is just us – naked in the face of the world». Theresa Henning schreibt aus der deutschen Hauptstadt und Khanya Athule Baba aus Südafrika, wobei sie vor allem das Township Khayelitsha in den Fokus nimmt mit seiner Armut, seiner Gewalt und vor allem seinen Menschen, die irgendwie auch ihre Menschen sind.
Bereits im Foyer laufen zur Einstimmung Videos mit Straßenszenen aus dem Township, die vor allem den ganz normalen Alltag dort zeigen. Die Reden und Gedanken der Autorinnen werden in zwei Frauenfiguren destilliert: Magda aus ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Torben Ibs
Die Shakespeare-Überschreibung «Sankt Falstaff», die Ewald Palmetshofer im Auftrag des Residenztheaters geschrieben hat und die dort im Januar 2025 uraufgeführt wurde, wird gut nachgefragt. Nach Folgeinszenierungen in Bonn, Oberhausen, Hamburg (Thalia) und Göttingen steht sie nun auch im Burgtheater auf dem Spielplan. Frei nach dem zweiteiligen Königsdrama...
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHES THEATER
4. Riedel nach Lindgren, Pippi Langstrumpf
R. Martin Borowski
24. Toth und Simmler nach Maym, Das Buschgespenst
R. Jan Holtappels
AUGSBURG, STAATSTHEATER
3. Zeller, Der Sohn
R. David Ortmann
DUISBURG, THEATER
15. nach Rilke, Und dann und wann ein weißer Elefant – Figurentheater mit Livemusik,
R. Sebastian Kautz,...
Das Puppenheim im Titel ist gestrichen, dafür hat August Bebel den ersten Auftritt und spricht von der Misere der heutigen Ehefrau, aus dem1879 erschienen Text «Die Frau und der Sozialismus». Er ist damit genauso alt wie Ibsens «Nora», die Regisseur Tom Kühnel hier und heute verhandeln will. Das mit dem Sozialismus hat sich überlebt, aber die Misere ist geblieben.
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