Nähe und Distanz

Zum Tod von Regine Lutz, der Brecht und sein Berliner Ensemble viel zu verdanken haben

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Dass Brecht sich 1947/48 in Zürich für die junge Schauspielerin Regine Lutz interessierte, die ihm als seltsam verhuschte Erscheinung in Gorkis «Wassa Schelesnowa» aufgefallen war, verblüffte die Kollegen am Schauspielhaus.

Die aus Basel stammende Elevin hätte viel lieber die lasterhaftere der beiden Töchter Wassas gespielt und hatte deshalb in die vom Regisseur Claude Maritz nur brav angelegte Rolle unbewusst etwas «Unse -riöses» einfließen lassen, was dem Publikum missfiel, Brecht aber verschmitzt lächeln ließ, wie auch später, wenn sie das ihr zugedachte Lied «Von der verderbten Unschuld beim Wäschefalten» (von Rudolf Wagner-Ré -geny vertont für «Pauken und Trompeten») sang.

Wie viele der von Brecht bevorzugten Schauspielerinnen – Blandine Ebinger, Trude Hesterberg, Rosa Valetti, die Weigel, Carola Neher, Kate Kühl – hatte Re -gine Lutz Begabung fürs Kabarett: Wenn sie auch lieber den Eindruck vermittelte, begriffsstutzig und ziemlich ahnungslos zu sein, überraschte sie in der Arbeit mit unerwarteten Vorschlägen und zögerte nicht, sie umzusetzen. Es bereitete ihr diebisches Vergnügen, Marotten, auffallende Eigenheiten, satirisch überspitzt auszustellen. In Brecht hatte sie den ...

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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Klaus Völker

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